Industrieproduktion und Nachfrage gesunken
Deutsche Konjunktur bereits vor Anschlägen in USA abgeschwächt

Die deutsche Konjunktur war bereits vor den Terroranschlägen vom 11. September ins Trudeln geraten. Im Juli/August verringerten sich die Industrieproduktion und die Nachfrage, der Einzelhandelsumsatz sank leicht, wie das Bundesfinanzministerium am Montag in seinem Monatsbericht mitteilte.

ap BERLIN. Zudem fiel die Herbstbelebung am Arbeitsmarkt schwächer aus als sonst im September. Positiv entwickelte sich allerdings der Export. Dieser habe spürbar zugelegt.

Zwar scheine eine verlässliche Beurteilung der wirtschaftlichen Lage in Deutschland derzeit kaum möglich. Zu unsicher seien noch die Auswirkungen der Anschläge in den USA, teilte das Ministerium mit. Dennoch könne man davon ausgehen, dass die im dritten Quartal recht verhalten verlaufenden Wirtschaftsaktivitäten zumindest in einigen Sektoren vorübergehend einen zusätzlichen Dämpfer erhalten hätten. Als Beispiele nannte das Ministerium den internationalen Luftverkehr und die Tourismusbranche.

Schwerwiegender dürfte aber ins Gewicht fallen, wie die Verbraucher und Investoren auf die neue Situation reagierten. Als positives Zeichen wertete das Ministerium die moderate Entwicklung der Verbraucherpreise und den seit der zweiten Septemberhälfte gesunkenen Rohölpreis.

Die Produktion in der deutschen Industrie sank den Angaben zufolge in den Monaten Juli/August saisonbereinigt um 0,3 Prozent. Angesichts der weltweiten Konjunkturabkühlung habe sie sich damit aber vergleichsweise gut behauptet, erklärte das Ministerium. Im Vorjahresvergleich wurde ein Rückgang um ein Prozent festgestellt. Der Auftragseingang lag im Juli/August demnach um 2,9 Prozent unter dem Vorjahresstand. Der Einzelhandelsumsatz verringerte sich gegenüber Mai/Juni preis- und saisonbereinigt um ein Prozent. Die Stimmungsindikatoren für den privaten Konsum zeigten keine Steigerung der Verbrauchsneigung an.

Export legte zu

Positiv entwickelte sich dagegen der Export. Nachdem die Warenausfuhren im ersten Halbjahr 2001 praktisch stagniert hätten, hätten sie anschließend saisonbereinigt wieder spürbare Zuwächse gezeigt, berichtete das Ministerium. Im Juli/August sei der Stand von Mai/Juni um 3,5 Prozent übertroffen worden. Angesichts der zuletzt gesunkenen Exportaufträge in der Industrie sei aber nicht damit zu rechnen, dass sich diese Entwicklung fortsetze, warnte das Ministerium.

Die Importe, die bereits seit Jahresbeginn deutlich geschrumpft seien und sich im zweiten Quartal stabilisiert hätten, neigten wieder zur Schwäche. Damit habe sich die Schere von Ausfuhren und Einfuhren weiter geöffnet. Die mangelnde Dynamik der Importe hänge neben der konjunkturell bedingten Schwäche der Inlandsnachfrage auch mit den gesunkenen Außenhandelspreisen zusammen, erläuterte das Ministerium. In realer Rechnung würde sich eine günstigere Importentwicklung ergeben.

Das seit einigen Monaten zu beobachtende Nachlassen des Preisdrucks habe sich im August und September fortgesetzt. Dies gelte für die Verbraucherpreise aber auch für die gewerblichen Erzeugerpreise und die Einfuhrpreise.

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