Infineon-Aktie legt zu
Dax weiter unter Druck

Besonders die Daimler-Chrysler-Aktie gibt stark nach.

rtr FRANKFURT. Bei nach Händlerangaben lustlosem Handel hat sich der deutsche Aktienmarkt am Donnerstagmittag leichter präsentiert und seinen Aufwärstrend vom Vortag unterbrochen. Händler bemängelten die Zurückhaltung der großen Investoren.

"Jeder hält sich momentan vom Markt fern", sagte eine Händlerin. Sie machte die Orientierungslosigkeit der amerikanischen Börsen für den Abwärtstrend verantwortlich. "Solange nicht klar ist, ob der Markt weiter nach unten abrutscht, zeigen die großen Fonds kaum Engagement", hieß es. Der Deutsche Aktienindex (Dax) gab bis gegen 12.10 Uhr 0,92 % oder 62,91 Punkten auf 6 751,15 Zähler ab.

Unter Druck standen vor allem die Aktien von Daimler-Chrysler, die mit einem Minus von 3,86 % auf 50,77 Euro ihre Vortagesgewinne wieder abgaben. Daran konnte auch die Ankündigung am Mittag nichts ändern, im bisherigen Jahresverlauf den Pkw-Absatz der Marken Mercedes und Smart deutlich gesteigert zu haben. Der Automobilkonzern hatte am Mittwoch für das Jahr 2000 einen deutlich niedrigeren Betriebsgewinn als im Vorjahr in Aussicht gestellt. Trotz dieser Ankündigung kletterte der Kurs am Vortag über 2,6 %. "Einige Investoren haben wahrscheinlich erst heute das Ausmaß der Warnung erkannt", sagte ein Händler. Belastend auf den Daimler-Chrysler-Kurs habe sich auch die Herabsenkung der Gewinnerwartung von Goldman Sachs ausgewirkt, hieß es. Das Investmenthaus hatten am Morgen die Gewinnprognose für Daimler-Chrysler für das Jahr 2000 um 15 % gesenkt, die Prognose für 2001 jedoch aufrecht erhalten.

Siemens leichter - Infineon legt zu

Ebenfalls leichter präsentierten sich Siemens (minus 2,88 % auf 150,00 Euro). Der Kaufpreis für die US-Firma Acuson dürfte mit rund 1,54 Milliarden DM vielen Anlegern wohl etwas zu teuer sein, sagte ein Händler. Nach Siemens-Angaben vom Mittwoch will der Konzern-Bereich Medizinische Technik (Med) Acuson für diesen Preis kaufen. Siemens wolle den Aktionären ein öffentliches Übernahmeangebot von 23 Dollar je Aktie unterbreiten.

Dem Abwärtstrend konnten sich lediglich acht Blue Chips entziehen. Volkswagen kletterten 2,4 % auf 50,90 Euro. VW-Finanzvorstand Bruno Adelt hatte in einem Interview gesagt, dass sich der Konzern auf dem besten Weg befinde, in diesem Jahr den Rekordgewinn von 1998 zu übertreffen. Außerdem erklärte Adelt, dass der Wolfsburger Automobilkonzern keine Gespräche mit Volvo über einen Erwerb deren Anteile an dem Nutzfahrzeughersteller Scania führe.

Die Aktien des Konkurrenten BMW profitierten indes von der geplanten Eigenkapitalerhöhung. Der Konzern kündigte an, noch in diesem Jahr einen Teil der beim Verkauf der britischen Tochter Rover gebildeten Rückstellungen wieder auflösen zu wollen. Die BMW-Aktie stieg über ein Prozent auf 37 Euro.

Deutlich im Plus notierten auch die Aktien des Halbleiterherstellers Infineon (plus 1,24 % auf 57,15 Euro). Händler führten den Kursanstieg auf den Produktionsbeginn des weltweit ersten Chip zurück, mit dem Mobiltelefone die Standards UMTS und GSM nutzen könnten.

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