Infineon an der Dax-Spitze
Flauer Handel mit Standardwerten

An der Frankfurter Börse haben die deutschen Standardwerte am Dienstag kaum auf die Veröffentlichung der deutschen Arbeitslosenzahlen im September reagiert. "Sie sind ausgefallen wie erwartet. Es gibt kein Zeichen für eine Entspannung", resümierte ein Beobachter. Auch der Ausblick für den Arbeitsmarkt bleibe düster.

dpa/rtr/dpa-afx FRANKFURT/M. Der Deutsche Aktienindex Dax legte zuletzt 0,81 Prozent auf 4 531 Punkte zu. Der MDax der 70 mittelgroßen Werte sank unterdessen 0,03 Prozent auf 4 063 Punkte.

"Flauer Handel - wir sitzen hier und warten, und wissen nicht auf was", beschrieb ein Frankfurter Händler die Situation an der Börse. Vor allem Technologiewerte liegen aber deutlich im Plus und heben den Index. Sie profitieren von den guten Vorgaben der US-Halbleiterwerte. Infineon setzte sich mit plus 5,76 Prozent auf 14,50 Euro als Zugpferd der Siemensfamilie an die Dax-Spitze. Epcos legten um Prozent 0,68 auf 42,75 Euro zu. Siemens-Aktien verteuerten sich um 3,62 Prozent auf 45,85 Euro. Händler hatten am Morgen Berichte, denen zufolge die Hälfte der Produktionsstandorte der Netzwerksparte bei Siemens zur Disposition steht, als gute Nachricht eingeschätzt.

MAN konnten zunächst nicht davon profitieren, dass das Unternehmen den Umbau seiner britischen Lastwagensparte angekündigt hat. Sie verloren 0,6 Prozent auf 19,99 Euro.

Der Bankensektor wurde zu Beginn von einer Gewinnwarnung von Credit Suisse gedrückt, erholte sich dann aber wieder und liegt aktuell rund 1 Prozent im Plus. Zudem hatten die Analysten von Morgan Stanley die europäischen Banken auf "Neutral" heruntergestuft. Gleichzeitig nahmen die Analysten die Gewinnschätzungen für die deutschen Institute drastisch zurück, und zwar um 16 bis 34 Prozent für das laufende und um 31 bis 62 Prozent für das kommende Jahr. Dennoch legten Deutsche Bank 0,3 Prozent auf 61,59 Euro zu; Hypovereinsbank, die am Vortag eingebrochen waren, erholten sich um 0,6 Prozent auf 31,00 Euro.

Die Aktie des Touristikkonzerns Preussag hat am Dienstag im zweiten Tag in Folge zugelegt. Aktienhändler der deutschen Standardwerte hatten für den starken Kursanstieg aber keine fundamentale Begründung. Nach einem Plus von gut 3 Prozent am Vortag legte das Preussag-Papier bis zum frühen Dienstagnachmittag um weitere 1,13 Prozent auf 25,94 Euro zu. "Der Kursanstieg ist für mich rational nicht zu erklären", sagte ein Händler in München. "Die Bewegung ist irrational und gegen den Trend." Die Aktie habe ihren Wert nach den Terroranschlägen vom 11. September fast bis auf 17 Euro halbiert. "Aber wer sagt denn, dass eine Aktie die stark gefallen ist, auch wieder schnell steigen muss?", sagte der Händler.

Der Handel nach den Terroranschlägen sei von Spekulationen auf weiter fallende Kurse geprägt gewesen. Diese "Short-Seller" hätten danach wieder Aktien zu etwas höheren Kursen kaufen müssen. Auch derzeit würden kurzfristige Spekulationen den Handel bestimmen. Für die kommenden Tage käme es seiner Meinung nach für den Kursverlauf darauf an, "wie es in dem Konflikt USA gegen den Terrorismus weiter geht". Inwieweit die Tourismus-Branche tatsächlich betroffen sei, könne man derzeit aber schlecht einschätzen. Ob der Anstieg von 17 auf aktuell 26 Euro gerechtfertigt sei, "werden erst die Quartalszahlen zeigen", sagte der Händler.

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