Infineon-Anleger begrüßen den Anteilsverkauf der Mutter
Siemens-Familie zieht Dax kräftig nach oben

Die Aktienkurse finden ihre Richtung wieder. Sie setzen den für einige Tage unterbrochenen Aufschwung fort. Technologiewerte stehen dabei in der Gunst ganz oben. Anleger spekulieren auf eine rasche Konjunkturerholung in den USA und setzen auf Werte, die im Abschwung am meisten verloren.

DÜSSELDORF. Anleger atmen erst einmal auf. Nach der Kurserholung seit September und der anschließenden Seitwärtsbewegung schien dem Deutschen Aktienindex (Dax) die Luft auszugehen. Analysten warnten bereits vor der Konsolidierung und den raschen Rückfall auf bis zu 4 500 Punkte. Doch am Mittwoch kam alles anders. Beflügelt von der festen Technologiebörse Nasdaq, die am Vorabend auf einem Drei-Monats-Hoch geschlossen hatte, starteten die deutschen Aktien von Beginn an furios. Als dann die New Yorker Börsen erneut fester tendierten, zogen die Kurse noch einmal an.

Ursache für den Höhenflug sind neue Hoffnungen auf eine baldige Konjunkturerholung. Viele Investoren honorierten die positive Entwicklung des US-Einkaufsmanagerindex für Dienstleistungen. Dieser war unerwartet stark von 40,6 Punkten im Oktober auf 51,3 Zähler im November gestiegen. Die Manager signalisieren damit, dass sie die künftige Situation weniger pessimistisch einschätzen. Tags zuvor war der Einkaufsmanagerindex NAPM kräftig angesprungen.

Die Stimmung am Markt sei einfach sehr gut, meinten Händler. Hinzu kam, dass die Einigung auf eine Regierung für Afghanistan die Stimmung zusätzlich aufhellte. Der Dax schloss 4,96 % im Plus bei 5 262,75 Punkten. Höher schloss der Dax zuletzt im August.

"Die Privatanleger werden auch weiter Geld in den Markt pumpen. Aber unsere Sorge ist, dass der Aufschwung den institutionellen Anlegern zu schnell gegangen ist", meinte UBS-Warburg-Aktienstratege Ian Harnett. Weil noch viele Unternehmen ihre Prognosen nach unten revidieren dürften, erwartet der Aktienstratege bis Ende des Jahres lediglich eine Seitwärtsbewegung.

Im Mittelpunkt des Handels standen die Titel der Siemens-Familie. Infineon, Siemens und Epcos führten die Gewinnerliste an. Händler erklärten die Rally bei den Technologiewerten mit Hoffnungen der Anleger auf eine baldige Erholung der Computer- und Halbleitermärkte. So legte in den vergangenen beiden Tagen in den USA der Philadelphia-Semiconductor-Index der maßgeblichen amerikanischen Halbleiter-Anbieter um über 10 % zu. UBS Warburg bescheinigte dem Chipsektor das Erreichen der Talsohle. Der Netzwerk-Anbieter Cisco Systems sieht zudem den Auftragseingang wieder auf einem stabilen Niveau.

Infineon (plus 17,4 %) profitierten zudem vom Ausstieg der Siemens-Mutter aus der Halbleitersparte des Konzerns. Außerdem beflügelte die Mitteilung Infineons, zusammen mit der japanischen Toshiba Lösungen für drahtlose Datenübertragungen zu entwickeln. Siemens gewannen 9,9 %. Der Elektronikkonzern erhielt zusammen mit seinem japanischen Partner NEC vom italienischen Mobilfunkanbieter H3G Spa einen Auftrag zur Lieferung für UMTS-Technologie im Gesamtwert von 710 Mill. Euro. Zudem bekam der Münchener Konzern in Israel einen Kraftwerks-Auftrag über 300 Mill. $. Epcos stiegen 12,5 %.

Wie gut derzeit die Stimmung für Technologiewerte ist, belegten SAP. Die Aktien des Walldorfer Unternehmens gewannen trotz einer Herunterstufung durch die Banc of America 8,7 %. Am Tag nach dem überraschend für Mai 2002 angekündigten Rücktritt von BMW-Chef Joachim Milberg stieg die BMW-Aktie um 6,7 %. ABN Amro meint, der Rücktritt werde keinen negativen Einfluss auf die BMW-Gruppe haben.

Der M-Dax, das Segment für mittelgroße Unternehmen, ließ sich dagegen von der weltweit guten Börsenstimmung nicht anstecken und verlor geringfügig 0,26 % an Wert. Behauptet präsentierten sich die meisten Regionalwerte an den Börsenplätzen Hamburg, Bremen, Hannover, Düsseldorf, Berlin, Stuttgart und München. Während Cewe Color zulegten, notierten Schichau Seebeckwerft und Norddeutsche Steingut im Minus.

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