Infineon begrüßt vorläufige US-Entscheidung
USA belegt Hynix-Chips mit Importzoll

Der Münchener Chip-Hersteller Infineon wertet eine Entscheidung des amerikanischen Handelsministeriums, wonach der südkoreanische Rivale Hynix wettbewerbswidrige staatliche Beihilfen erhalten hat, als positiv.

Reuters MÜNCHEN. "Wir begrüßen die Entscheidung des US Department of Commerce, vorläufig Strafzölle auf den Import von DRAMs (Speicherchips) aus Südkorea einzuführen", sagte ein Infineon-Sprecher in München am Mittwoch. Eine Einschätzung, welche Auswirkungen die Entscheidung auf den angesichts von Überkapazitäten und massivem Preisdruck seit zwei Jahren in der Krise steckenden weltweiten Speicherchip-Markt hat, wollte Infineon nicht abgeben.

Die Infineon-Aktie gehörte am Vormittag zu den drei Aktien mit den höchsten Kursgewinnen im Deutschen Aktienindex Dax. Am Vormittag notierte das Papier mit 6,51 Euro 4,3 Prozent höher.

Womöglich Strafzoll in Höhe von 57 Prozent für Hynix

Analysten hatten die Befürchtung geäußert, Hynix könnte im Fall von US-Einfuhrzöllen seine DRAMs am so genannten Spot-Markt verkaufen, wo die Preise unmittelbar auf Angebot und Nachfrage reagieren. Infineon sähe sich von einem solchen Szenario eher weniger betroffen, sagte der Unternehmenssprecher. Der Konzern setze einen Großteil seiner Speicherchips am Contract-Markt ab, wo die Preise über einen längeren Zeitraum vertraglich fixiert sind. Allerdings folgen die Preise am Contract-Markt dem Spot-Markt - wenn auch mit einer gewissen Verzögerung.

Das US Departement of Commerce war am Dienstag in einer vorläufigen Entscheidung zu dem Schluss gekommen, dass Hynix in seiner Heimat wettbewerbswidrige Subventionen erhalten hat und damit ÚS-Konkurrenten Schäden zugefügt hat. Sollte diese Einschätzung bestätigt werden, müsste Hynix bei US-Importen ab August Strafzölle in der Höhe von 57 Prozent hinnehmen.

Branchenkenner und US-Regierungsmitglieder zufolge ist die endgültige Entscheidung zwar noch völlig offen, aber bereits jetzt muss das südkoreanische Unternehmen eine Kaution hinterlegen, wenn es weiter seine Produkte in den USA verkaufen will. Hynix hat die Entscheidung der US-Behörden als "sachlich und rechtlich unbegründet" kritisiert.

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