Infineon brechen ein
Dax lässt weitere Federn

Die Aktien des Halbleiter-Herstellers Infineon sind am Dienstag nach Spekulationen über die bevorstehende Platzierung der geplanten Kapitalerhöhung auf ein Rekordtief eingebrochen und haben Händlern zufolge den gesamten deutschen Aktienmarkt mit in die Tiefe gezogen.

Reuters FRANKFURT. Infineon-Papiere fielen zeitweise um bis zu zehn Prozent und damit auf ein neues Allzeit-Tief von 26,10 Euro. Der Dax gab um 0,92 % auf 5 847 Punkte nach. Auch im übrigen Europa verbuchten Technologiewerte deutliche Kursverluste. Der Dow Jones-Stoxx Technologieindex fiel um 2,5 %.

Christian Schmidt, Aktienhändler von der Hessischen Landesbank, sagte zur geplanten Kapitalerhöhung von Infineon: "Im derzeitigen Marktumfeld wird es sicherlich nicht einfach, Aktien zu platzieren". Händler und Fondsmanager in London und Frankfurt hatten zuvor gesagt, die Investmentbank Goldman Sachs werde bis zu 60 Mill. Infineon-Aktien ab Mittwoch institutionellen Anlegern anbieten. Goldman Sachs wollte dies nicht kommentieren. Infineon werde versuchen, Kapitalerhöhungmaßnahmen durchzusetzten, weil sie Kreditprobleme bekommen würde, sagte Schmidt weiter. "Die (jüngste) Gewinnwarnung sagt aus, dass sie 600 Mill. Euro in Cash verloren haben. Die Kreditlinie liegt bei 1,3 Mrd. Euro, das heißt die Hälfte der Kreditlinie ist jetzt weg."

Applied Micro belastet die Märkte

Zudem belaste auch die Ergebniswarung des US-Chipherstellers Applied Micro Circuits die Infineon-Papiere, sagte ein Händler. Applied hatte am Montag nach Börsenschluss seine Umsatzprognose für das erste Quartal gesenkt. Daneben hatte der französische Internetberater Cap Gemini am Dienstagmorgen seine Umsatzprognose für das Gesamtjahr ebenfalls reduziert. Infineon-Papiere schlossen mit einem Minus von 6,9 % auf 27,39 Euro.

Händlern zufolge belasteten diese negativen Nachrichten auch die übrigen Technologiewerte im Dax. SAP-Titel verloren um 2,3 % auf 161,75 Euro, Siemens und Epcos fielen um 1,1 beziehungsweise 1,3 %. Die T-Aktie gab um rund ein Prozent nach.

Deutsche Bank schwächer

Ebenfalls im Abwind lagen die Aktien der Deutschen Bank, die um 2,8 % schwächer bei 85,53 Euro schlossen. Händlern zufolge wurde das Papier von einer Gewinnwarnung der US-Investmentbank Merrill Lynch belastet. Das Bankhaus hatte am Mittag mitgeteilt, die Ergebnisprognosen der Analysten im zweiten Quartal zu verfehlen. Zudem sei der Ausblick beim Umsatz für das dritte Quartal schwach.



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