Infineon brechen ein
Dax unter Druck

Die Aktien der Infineon haben am Dienstag das Geschehen bei den Standardwerten mit deutlichen Kursverlusten dominiert und damit auch den gesamten deutschen Aktienmarkt unter Druck gesetzt.

Reuters FRANKFURT. Die Titel des Halbleiterherstellers notierten am Mittag zeitweise 10 % schwächer auf einem Jahrestief von 26,50 ?, nachdem es in Kreisen geheißen hatte, eine größere Zahl von Infineon-Aktien solle am Markt platziert und die jüngst angekündigte Kapitalerhöhung eingeleitet werden.

Der Deutsche Aktienindex (Dax) lag am frühen Nachmittag mit 5 773 Punkten 2,2 % unter seinem Vortagesschluss. Am Neuen Markt gaben die Kurse um mehr als 3 % nach. Der Nemax All Share-Index sackte auf ein neues Jahrestief ab.

Deutliche Kursverluste bei Technologiewerten

Auch im übrigen Europa verbuchten Technologiewerte deutliche Kursverluste. Der Dow Jones-Stoxx Technologieindex fiel um mehr als 5 % und verbuchte damit unter allen Sektoren den größten Abschlag.

Christian Schmidt, Aktienhändler von der Hessischen Landesbank sagte zur geplanten Kapitalerhöhung von Infineon: "Im derzeitigen Marktumfeld wird es sicherlich nicht einfach, Aktien zu platzieren". Zuvor hatte es in den Kreisen geheißen, die Investmentbank Goldman Sachs werde bis zu 60 Mill. Infineon-Aktien ab Mittwoch institutionellen Anlegern anbieten. Goldman wollte dies nicht kommentieren.

Infineon werde versuchen, Kapiatlerhöhungmaßnahmen durchzusetzten, weil sie Kreditprobleme kriegen würden, sagte Schmidt weiter. "Die (jüngste) Gewinnwarnung sagt aus, dass sie 600 Mill. ? in Cash verloren haben. Die Kreditlinie liegt bei 1,3 Mrd. ?, das heißt die Hälfte der Kreditlinie ist jetzt weg."

Negative Nachrichten

In Kreisen hatte es zudem geheißen, die Commerzbank werde im Auftrag von Siemens 10 bis 16 Mill. Infineon-Anteile platzieren. Sowohl Commerzbank als auch Siemens dementierten dies allerdings. Infineon wollte den Vorgang nicht kommentieren. Zudem laste auch die Gewinnwarung des US-Chipherstellers Applied Micro Circuits auf Infineon, sagte ein Händler. Applied hatte am Montag nach Börsenschluss seine Umsatzprognose für das erste Quartal gesenkt. Daneben hatte der französische Internetberater Cap Gemini am Dienstagmorgen seine Umsatzprognose für das Gesamtjahr ebenfalls reduziert.

Händlern zufolge belasteten diese negativen Nachrichten auch die übrigen Technologiewerte im Dax. SAP-Titel verloren um mehr als 6 % auf 155,39 ?, Siemens und Epcos fielen um 3,7 und 3,1 %. Die T-Aktie gab um 2,7 % nach.

Zinsentscheidung der US-Notenbank erwartet

Ebenfalls im Abwind lagen die Finanztitel. Am Mittag hatte die US-Investmentbank Merrill Lynch mitgeteilt, ihre Ergebnisprognosen im zweiten Quartal zu verfehlen. Zudem sei der Ausblick beim Umsatz für das dritte Quartal schwach. Im Dax fielen Finanztitel darauf hin teilweise auf Tagestiefs. Deutsche Bank verloren 3,2 %, Hypovereinsbank 1,2 %.

Händler verwiesen zur Begründung für die sehr schwache Kaufneigung am Markt auch auf für Mittwochabend erwartete Zinsentscheidung der US-Notenbank Fed. Viele Anleger würden sich im Vorfeld der Zinsentscheidung vom Handelsgeschehen zurückhalten. Sollte eine Zinssenkug wider Erwarten ausbleiben, könne es am Markt weiter deutlich nach unten gehen, hieß es.

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