Infineon deutlich fester
Dax bleibt richtungslos

Gut behauptet, insgesamt aber orientierungslos hat der deutsche Aktienmarkt am Dienstagabend geschlossen.

vwd FRANKFURT. Der Dax legte um 0,2 % oder 8,28 auf 5 216,11 Punkte zu. Einer Verliereraktie stand je ein Gewinner gegenüber. Bei relativ geringen Umsätzen vor der nachbörslichen Zinssenkung in den USA um 25 Basispunkte standen vor allem MLP und Deutsche Telekom im Mittelpunkt. Tagessieger Infineon legten über fünf Prozent zu, MLP stiegen um 4,4 % auf 69,70 Euro. Der Verkaufsdruck durch Großanleger auf die Aktie sei "fürs erste beendet", berichteten Händler. Die starke Erholung sei allerdings nicht auf hohe Nachfrage, sondern auf ausgelaufene, große Verkaufsaufträge zurückzuführen. Ob daraus eine langfristige Stimmungsänderung für den Finanztitel abgeleitet werden könne, sei fraglich.

Deutsche Telekom zeigten sich leicht erholt von erneuten Kursabschlägen im Tagesverlauf und schlossen nur noch mit 1,2 % im Minus bei 17,10 Euro. Noch am Vormittag hatte die Aktie ein neues Jahrestief markiert. Der Druck kam von Soneras Ankündigung, bis zum Jahresende noch rund 72 Mill. T-Aktien abgeben zu wollen. Dies könne noch lange auf den Kurs drücken, hieß es im Handel. Zusätzlich hänge ein weiteres Paket von Hutchison über der Aktie. Die stützenden Aussagen von Goldman Sachs, keine kurzfristigen Verkäufe in Telekom vornehmen zu wollen, halfen der Aktie im Verlauf leicht auf die Beine.

Deutsche Post drehten im Verlauf deutlich ins Minus und verloren 2,8 % auf 17,02 Euro. Die zunächst noch als "sehr positiv" eingestuften Halbjahreszahlen seien nicht auf operative Gewinne, sondern lediglich auf einen hohen Abbau von Steuerrückstellungen zurückzuführen, kommentierten Analysten. Auch das US-Brokerhaus Merrill Lynch äußerte sich skeptisch zu den Zahlen. Bayer erholten sich von den Verlusten der vergangenen Tage und kletterten um 2,6 % auf 35,30 Euro. Analystenstimmen hatten von Verkäufen auf dem "jetzt sehr niedrigen Niveau" abgeraten. Wegen der engen Zusammenarbeit von Bayer mit der US-Aufsichtsbehörde FDA würden die Schadensersatzforderungen wohl auch wesentlich geringer ausfallen, hieß es.

Unter den positiv tendierenden Technologiewerten ragten Infineon mit einem Plus von 5,5 % auf 23,91 Euro hervor. Händler nannten dafür mehrere Gründe. Zum einen sei die Gewinnwarnung des US-Chipausrüsters Agilent am Vorabend "nochmals überdacht worden". Hinter Warnungen und Entlassungsankündigungen habe sich "ein Ausblick auf einen gefundenen Boden in der Branche versteckt", hieß es. Daneben seien die Aussichten auf weiter fallende Zinsen gut für das Investitionsprogramm von Infineon. Siemens stiegen um 0,4 % auf 54,50 Euro und SAP um 2,2 % auf 153,50 Euro. Nur Epcos gaben um 1,7 % auf 45,15 Euro ab.

Deutsche Bank profitierten von einer Hochstufung durch die Analysten der WestLB auf "Kaufen" und stiegen um ein Prozent auf 75,25 Euro. Befürchtungen über schlechte Halbjahreszahlen von Lufthansa am Mittwoch hatten den Titel zunächst gedrückt. Im Verlauf erholte sich die Kranich-Aktie und schloss auf Vortagesniveau bei 16,55 Euro. KarstadtQuelle gaben nach ihren Halbjahresergebnissen ab und verloren 1,1 % auf 35,40 Euro. Die Ergebnisse "sind zu durchmischt ausgefallen", begründeten Analysten.

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