Infineon im Blick
Dax legt weiter zu

Angeführt von einem starken Kursplus beim Chip-Hersteller Infineon hat der Deutsche Aktienindex (Dax) seine Aufwärtsbewegung des Vortages am Mittwoch fortgesetzt und die 5000-Punkte-Marke übersprungen.

Reuters FRANKFURT. "Die Investoren setzen auf eine sich bald wieder erholende Wirtschaft und damit auch bessere Unternehmensergebnisse", sagte ein Händler. Deswegen steige der Index seit Tagen trotz schwacher Konjunkturprognosen und schlechter Quartalszahlen. Auch technischer Sicht will der Markt weiter nach oben, gerate allerdings jetzt in eine stärkere Widerstandszone, sagte Klaus Tafferner, technischer Analyst beim Handelshaus Concord Effekten. Im Mittelpunkt des Handels standen die Papiere der Deutschen Telekom, Lufthansa und Bayer.

Der Dax notierte am Vormittag mit 5 030 Punkten 1,7 % über seinem Vortagesschluss. Der nächste technische Widerstand liege bei 5 111 Punkten, sagte Tafferner. Am Neuen Markt legte der Auswahlindex Nemax50 4,25 % auf 1 204 Zähler zu. Der MDax für mittelgroße Werte erhöhte sich um 0,43 % auf 4 257 Punkte. Bereits am Vortag hatte der Dax 2,63 % und der Nemax50 4,9 % hinzugewonnen. Die US-Börsen hatten am Dienstag mehr als 2 % zugelegt.

Nachdem Infineon bereits am Vortag rund zehn Prozent zugelegt hatte, stieg das Papier am Mittwoch um weitere 8,35 % auf 24,00 Euro. Am Vortag hatte Infineon erklärt, mit einer baldigen Konsolidierung des von Überkapazitäten geprägten Marktes für Spreicherchips zu rechnen. Händler sagten, Infineon werde die Krise überstehen und gestärkt aus ihr hervorgehen.

Lufthansa baut Kursgewinne aus

Die Deutsche Telekom legte mehr als 5 % auf 19,99 Euro zu und stieg damit zeitweise auf den höchsten Stand seit Mitte August. Das Unternehmen erhält nach eigenen Angaben für geleistete Vorauszahlungen eine Steuerrückerstattung in Höhe von rund 1,4 Mrd. Euro. Zudem würden geplante Vorauszahlungen im laufenden Jahr von weiteren rund 200 Mill. Euro nicht fällig.

Nach der Vorlage von Quartalszahlen baute die Lufthansa ihre Kursgewinne aus und stieg um rund 6 % auf 14,05 Euro. Die Lufthansa hat in den ersten neun Monaten wie erwartet einen deutlichen Rückgang des Ergebnisses verbucht, die Erwartungen der Analysten aber übertroffen. Es fehle allerdings ein konkreter Ausblick in die Zukunft, sagte Jürgen Pieper, Analyst beim Bankhaus Metzler. Die Anleger interessiere jedoch besonders, wann die Lufthansa eine Trendwende in der Branche sehe.

Ereignisse in Afghanistan gehen am Markt vorbei

Im Sog des sehr freundlichen Marktumfeldes tendierten auch die Papiere des Chemie- und Pharmakonzerns Bayer ein Prozent fester. Bayer hat im dritten Quartal einen Ergebniseinbruch erlitten und die Analystenerwartungen deutlich verfehlt. "Das Ergebnis ist eine Enttäuschung", sagte Tony Cox von Dresdner Kleinwort Benson. Auch der Ausblick habe nicht positiv überrascht, sagte ein Händler.

Ohne größere Auswirkungen auf den deutschen Kapitalmarkt blieben Händlern zufolge zunächst die militärischen Erfolge der Nordallianz in Afghanistan oder die Regierungskrise in Berlin vor der Vertrauensfrage des deutschen Kanzlers. "Das geht weitgehend am Markt vorbei", sagte ein Händler. "Afghanistan verarbeiten wir aber indirekt über die US-Börsen."

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