Infineon im Blick
Krisensorgen belasten Dax

Anhaltende Ängste der Investoren vor einem Irak-Krieg, Anschlägen in den USA und einer Rezession haben am Donnerstag bei starken Kursschwankungen erneut zu Verlusten beim Deutschen Aktienindex geführt.

Reuters FRANKFURT. Deutlich im Minus schlossen erneut die Titel des Chip-Herstellers Infineon, was Händler auf Sorgen vor schlechten Nachrichten im bevorstehenden Quartalszwischenbericht des Branchengiganten Intel zurückführten. Die Papiere des Pharmakonzerns Altana AG brachen bei sehr hohen Umsätzen zeitweise um knapp 19 Prozent ein. Die Firma teilte mit, die Anmeldung eines Medikamentes zurückgestellt zu haben.

Der Index für mittelgroße Unternehmen MDax notierte zum Tageschluss 2,17 Prozent tiefer bei 3 223 Punkten. Der Auswahlindex des Neuen Marktes, Nemax50, gab mehr als drei Prozent auf 444 Zähler nach.

Nervosität wegen möglichen Angriffs auf Irak

Für Unsicherheit am Markt sorge weiter ein möglicher US-Angriff auf den Irak. "Die Nervosität bleibt, unter anderem wegen eines möglichen Irak-Krieges", sagte Aktienhändler Florian Weber vom Börsenmakler Schnigge. Der Markt sei daher sehr anfällig für negative Nachrichten. US-Präsident George W. Bush will mit einer Initiative die internationale Gemeinschaft von einer Bedrohung durch den Irak überzeugen. An den Ölmärkten stieg der Future der führenden europäischen Ölsorte Brent in der Folge um 0,41 Dollar auf 27,51 Dollar pro Barrel (159 Liter).

Angesichts schwacher Konjunkturindikatoren laste die Sorge vor einem erneuten Abrutschen der Konjunktur in Deutschland und den USA weiter auf den Börsen, hieß es. Am Donnerstag wurde unter anderem ein überraschend starker Rückgang des Auftragseingangs der deutschen Industrie im Juli im Vergleich zum Vormonat vermeldet, der mit der sinkenden Auslandsnachfrage begründet wurde. "Das ist ein in die Zukunft schauender Indikator, der sich zu den zuletzt schon schwachen Signalen gesellt", sagte ein Händler.

Marktteilnehmer sehen durchaus das Risiko, dass der Dax in den kommenden Tagen die Tiefststände vom August bei 3 225 Punkten testen könnte. "Wenn wir diese Marke durchstoßen, können wir bis in den Bereich von 3



100 Punkten fallen", sagte Klaus Tafferner, technischer Analyst bei Concord Effecten.

Chipwerte wegen Intel unter Druck

Halbleiterwerte in ganz Europa litten nach Händlerangaben am Donnerstag unter Sorgen vor schlechten Nachrichten in dem für den Abend erwarteten Intel-Bericht. Zuletzt hatten Lehman Brothers, Credit Suisse First Boston und Merrill Lynch bereits ihre Gewinnerwartungen für den US-Konzern gesenkt. In Frankfurt verloren Infineon-Titel 6,3 Prozent auf 9,38 Euro. Der Kurs des niederländischen Konkurrenten ASML fiel um 5,34 Prozent auf 8,69 Euro.

Kurssturz bei Altana

Im MDax gingen Altana-Aktien mit einem Abschlag von 10,68 Prozent bei 40,00 Euro aus dem Handel. Der vor dem Einzug in den Dax stehenden Pharmakonzern hatte für das in der Entwicklung stehende Asthma-Medikament Roflumilast seine Prognose für die Spitzenumsätze erhöht, musste den Zulassungsantrag in Europa aber um ein Jahr verschieben. "Besonders wenn die Firma so hohe Erwartungen an ein Medikament hat und es dann zu einer Verschiebung um ein Jahr kommt, ist das tödlich in so einem nervösen Markt", sagte ein Händler. Bis Handelsende waren bei Altana mit 3,6 Millionen Aktien mehr als das Neunfache des durchschnittlichen Umsatzes der vergangenen 30 Tage gehandelt worden.

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