Infineon konzentriert sich auf das Lösungsgeschäft
Experten erwarten höhere Verluste bei Infineon

Die niedrigen Speicherpreise machen dem Halbleiterhersteller Infineon weiterhin schwer zu schaffen. Analysten gehen davon aus, dass die Verluste des Konzerns im abgelaufenen Quartal daher wieder angestiegen sind. Infineon will an diesem Freitag (8. November) als erstes Mitglied der Siemens-Familie seine Quartalszahlen vorlegen.

HB/dpa MÜNCHEN. Die Preise für DRAM-Speicherchips liegen schon seit längerem unter den Vollkosten der Hersteller. "Im abgelaufenen Quartal sind sie noch einmal eingebrochen", sagt Analyst Theo Kitz. Er geht daher davon aus, dass der Verlust vor Steuern und Zinsen bei Infineon im vierten Quartal des Geschäftsjahres 2001/02 (30. September) bei etwa 190 Millionen Euro gelegen haben könnte. Andere Analysten sehen das Minus sogar noch höher. Im dritten Quartal lag der Verlust vor Steuern und Zinsen bei 107 Mill. Euro. Im Gesamtjahr 2001/02 könnte sich der Verlust auf einen Milliardenbetrag summieren.

Eine Erholung in der gebeutelten Branche ist derzeit nach Ansicht von Experten nicht in Sicht. Infineon will sich daher wie viele Konkurrenten auch stärker auf das so genannte Lösungsgeschäft konzentrieren. Bei Komplettlösungen beispielsweise einschließlich Software lassen sich höhere Gewinnmargen erzielen als beim Verkauf einfacher Komponenten. "Infineon hat keine andere Wahl, als Lösungen anzubieten. Da müssen sie mit den anderen mitziehen", sagt Kitz.

Bei der Vorstellung der Zahlen wird sich Infineon-Chef Ulrich Schumacher möglicherweise zu seiner eigenen Zukunft äußern. Er war einer der zahlreichen Manager, die als Kandidat für den Chefposten bei der Deutschen Telekom genannt wurden. Laut Branchenkreisen hat es auch Verhandlungen zwischen Schumacher und der Telekom gegeben. Allerdings sagte der Infineon-Chef vor knapp zwei Wochen in Dresden, in schweren Zeiten für die Halbleiter-Branche wolle er weiterhin seine ganze Kraft in den Dienst seines Unternehmen stellen.

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