Infineon spricht mit Hynix nicht nur über Speicherchip-Allianz
Halbleiter-Hersteller weiten Verhandlungen aus

Die Infineon Technologies AG verhandelt mit dem koreanischen Halbleiter-Hersteller Hynix offenbar nicht nur über eine Allianz bei Speicherchips. Die Münchener seien auch in Gesprächen über eine Zusammenarbeit in anderen Bereichen wie Kommunikations-Chips, hieß es gestern im Umfeld des Münchener Unternehmens.

jojo MÜNCHEN. Infineon selbst schweigt zum Stand der Verhandlungen mit der hoch verschuldeten Hynix Inc. Ein Sprecher bestätigte lediglich, dass man nach wie vor in Kontakt sei. Vergangene Woche ist ein Team des im Dax notierten Unternehmens nach Korea gereist, um sich bei Hynix umzusehen und verschiedene Gebiete der Zusammenarbeit zu sondieren. Koreanische Zeitungen hatten am Wochenende berichtet, die Deutschen würden ein offizielles Angebot für die Speicherchip-Sparte von Hynix abgeben. Dies wurde allerdings nicht bestätigt.

Die Koreaner verhandeln seit Dezember mit dem US-Unternehmen Micron über eine Zusammenarbeit. Bislang ist ein Vertragsabschluss aber an unterschiedlichen Preisvorstellungen gescheitert.

Infineon sieht sich in den Unterredungen mit Hynix in einer komfortablen Situation, betonen Unternehmenskenner. Kommt es zu einer Übereinkunft, hätte dies strategische Vorteile für das Unternehmen. Scheitern die Gespräche, sei zumindest der Preis für das Unternehmen in die Höhe getrieben und damit der Wettbewerber Micron geschädigt worden. Seit Hynix auch mit Infineon verhandelt, haben die Amerikaner ihr Angebot offenbar merklich erhöht.

Infineon hatte bis vergangene Woche betont, dass eine Zusammenarbeit mit einem anderen Chip-Hersteller kein Geld kosten dürfe. Von dieser strikten Vorgabe ist das Unternehmen inzwischen abgerückt. Neben der Bezahlung mit eigenen Aktien könnten die Münchener eine Allianz mit Hynix damit auch durch eine Barkomponente ergänzen.

Die Aussicht auf eine Zusammenarbeit mit Hynix hat der Infineon-Aktie in den vergangenen Tagen einen mächtigen Schub gegeben. Wegen der Überkapazitäten auf dem Speicherchip-Markt wartet die Branche sehnlichst auf Zusammenschlüsse der großen Hersteller.

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