Infineon steht unter Druck
Dax tendiert leichter

Angeführt von deutlichen Kursverlusten bei den Titeln des Chipherstellers Infineon haben sich die deutschen Aktienmärkte am Montag schwächer präsentiert. Die erste Aufschwungphase an der Börse sei nach der deutlichen Kursaufschwung seit dem 21. September bereits abgeschlossen, sagte Volker Borghoff, Aktienstratege bei HSBC Trinkaus & Burkhardt.

Reuters FRANKFURT. Nun komme es zu einer Konsolidierung am Gesamtmarkt. Zudem würde eine derzeit hohe Marktbewertung mittelfristig das weitere Kurspotenzial begrenzen. Gewinnmitnahmen lasteten unter anderem auf den Technologiewerten und den Versicherungswerten.

Der Kursaufschwung der vergangenen zwei Monate sei auf die hohe Liquidität und zyklische Betrachtungen zurückzuführen, sagte HSBC-Aktienstratege Borghoff. In der Regel legten deutsche Aktien vor einem vom Markt angenommenen Erreichen eines konjunkturellen Tiefs um bis zu 30 % zu. "Diese erste Aufschwungphase ist bereits abgeschlossen", sagte Borghoff. Zyklische Branchen weisen seiner Einschätzung nach im aktuellen Wirtschaftskreislauf das höchste Kurspotenzial auf. Aus diesem Grund seien unter anderem Titel aus der Maschinenbau-Branche überzugewichten. Auch die Branchen Technologie & Software sowie die Versicherer seien empfehlenswert.

Abwartend verhielten sich die Anleger besonders vor der für Dienstagabend (MEZ) erwarteten Zinsentscheidung der US-Notenbank Fed, sagte ein Aktienhändler. Nahezu alle von Reuters befragte US-Händler erwarten eine weitere Zinssenkung der Fed um 25 Basispunkte. Das wäre der elfte Schritt dieses Jahres, die Fed hätte die Zinsem damit um insgesamt 475 Basispunkte gesenkt.

Im Blickpunkt des Dax-Handels standen die Anteilsscheine des Chip-Herstellers Infineon , die sich um mehr 5 % auf 25,85 Euro verbilligten. Belastend wirke die Ausgabe einer Wandelanleihe bei Europas größtem Chip-Hersteller STMicroelectronics (STM), sagte ein Händler. Die geplante Platzierung werde vom Markt schlecht aufgenommen und belaste dadurch auch die Konkurrenten. STM verloren im Pariser Handel mehr als 5 %. "Jetzt gibt es natürlich auch wieder Sorgen um eine Anleihe bei Infineon", sagte ein Händler. Das würde zu einer Verwässerung der Anteile führen, hieß es. Zusätzlich würden auch Gewinnmitnahmen auf dem Wert lasten, die auch die weiteren Technologiewerte ins Minus drückten. Die Aktien von Siemens und SAP verloren 2,8 beziehungsweise 2,1 %. Epcos gaben um 1,3 % auf 57,14 Euro nach.

Auch die Versicherungstitel präsentierten sich auf Grund von Gewinnmitnahmen schwächer. Allianz büßten 2,4 % auf 268,40 Euro ein, die Aktien der Münchener Rück schlossen um 1,4 % schwächer auf 301,85 Euro. Auf der Seite der Kursgewinner standen mehrheitlich weniger schwankungsanfällige Titel. MLP legten um 2 % zu, MAN stiegen um 1,2 %.

Im MDax stiegen die Titel des Rüstungskonzerns Rheinmetall um knapp 10 % auf 21 Euro. Der Düsseldorfer Konzern steht einem Magazinbericht zufolge vor einem Verkauf. Rheinmetall teilte indessen mit, alle strategischen Optionen zu überprüfen.

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