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Infineon überrascht mit höheren Rückstellungen - Dram-WettbewerbsverfahrenDPA-Datum: 2004-07-20 08:25:31

(dpa-AFX) München - Der Halbleiter-Hersteller Infineon < IFX.ETR > hat bei der Vorlage seiner Quartalszahlen mit deutlich erhöhten Rückstellungen negativ überrascht. Diese seien im Zusammenhang mit laufenden Untersuchungen in einem Dram-Wettbewerbsverfahren in den USA und Europa sowie möglichen Zivilklagen um 184 Millionen Euro auf 212 Millionen Euro aufgestockt worden, wie die Infineon Technologies AG am Dienstag vorbörslich in München meldete. Für das dritte Geschäftsquartal (Ende Juni) wies die Gesellschaft daher unerwartet einen Fehlbetrag aus.

(dpa-AFX) München - Der Halbleiter-Hersteller Infineon < IFX.ETR > hat bei der Vorlage seiner Quartalszahlen mit deutlich erhöhten Rückstellungen negativ überrascht. Diese seien im Zusammenhang mit laufenden Untersuchungen in einem Dram-Wettbewerbsverfahren in den USA und Europa sowie möglichen Zivilklagen um 184 Millionen Euro auf 212 Millionen Euro aufgestockt worden, wie die Infineon Technologies AG am Dienstag vorbörslich in München meldete. Für das dritte Geschäftsquartal (Ende Juni) wies die Gesellschaft daher unerwartet einen Fehlbetrag aus.

Weitere Rückstellungen schließt das DAX < DAX.ETR > -Unternehmen nicht aus. "In Anbetracht der Unsicherheiten über den möglichen Ausgang der fortlaufenden Untersuchungen und der damit verbundenen Strafen und Schadenersatzansprüche sowie möglicher künftiger Kosten kann Infineon zur Zeit die vollen finanziellen und anderen Auswirkungen dieser Untersuchungen, Klagen und Ansprüche nicht vorhersehen", hieß es in der Mitteilung.

Dram-Wettbewerbsverfahren

Der Hintergrund der Rückstellung: Das US-Justizministerium hatte Infineon zufolge im Juni 2002 eine Untersuchung wegen möglicher Verletzungen von US-Wettbewerbsgesetzen in der Dram-Industrie begonnen. Auch Infineons nordamerikanische Tochtergesellschaft wurde befragt. Nach dem Beginn der Untersuchung seien insgesamt 25 Sammelklagen gegen Infineon und andere Dram-Hersteller bei verschiedenen US-Bundesgerichten und Gerichten von US-Bundesstaaten erhoben worden.

Die Klagen behaupten Verletzungen von bundes- oder einzelstaatlichen Kartell- und Wettbewerbsrecht und streben "erheblichen Schadenersatz" an, wie Infineon weiter meldete. Infineon sei ebenfalls von einigen seiner wichtigen Kunden wegen Schadenersatzansprüchen angesprochen worden, die aus Infineons vermeintlich wettbewerbsschädlichen Verhalten resultierten.

Auch EU-Kommission Wollte Auskunft

Auch in Europa muss sich Infineon Fragen stellen. Der Konzern beantworte ein Auskunftsersuchen der Europäischen Kommission vom April 2003 in Bezug auf den europäischen Markt für Speicherprodukte. Nach Vorgaben des US-Bilanzierungsstandards Gaap müsse Infineon Verbindlichkeiten ausweisen, wenn es wahrscheinlich sei, dass eine Verbindlichkeit bestehe und deren Höhe in vernünftiger Weise einschätzbar sei. Diese Verbindlichkeiten schlössen Rückstellungen für erhebliche Rechtsstreitigkeiten in Verbindung mit rechtlichen Ansprüchen ein.

Dementsprechend habe Infineon am Ende des dritten Geschäftsquartals 2003/04 die Rückstellungen für die laufenden Wettbewerbs-Untersuchungen, mögliche zivilrechtliche Ansprüche und damit verbundene Ausgaben auf 212 Millionen Euro erhöht. Bereits im Schlussquartal des abgelaufenen Geschäftsjahres 2002/03 hatten die Münchener Rückstellungen von 28 Millionen Euro gebildet.

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