Infineon und Henkel im Blick
Dax geht mit Verlusten ins Wochenende

Von enttäuschenden Geschäftsergebnissen und nachgebenden US-Börsen belastet hat der Deutsche Aktienindex am Freitag deutlich im Minus geschlossen.

Reuters FRANKFURT. So hätten vor allem die schlechter als erwartet ausgefallenen Geschäftszahlen bei Infineon und Henkel die Stimmung am deutschen Aktienmarkt eingetrübt, sagten Händler. Da kommende Woche bei zahlreichen Unternehmen die Bekanntgabe von Geschäftszahlen anstehe, hätten sich viele Anleger von Anteilen getrennt und Gewinne mitgenommen. Im MDax richteten sich die Blicke auf die Deutsche Börse, die am Vorabend ebenfalls Geschäftszahlen vorgelegt hatte. Derweil feierte die Aktie von Erotic Media ein erfolgreiches Börsendebüt.

Der Dax schloss am Freitag 2,4 Prozent tiefer bei 3079,10 Zählern, und verlor damit in der abgelaufenen Woche per Saldo 2,7 Prozent. Der Nebenwerte-Index MDax stieg am Freitag um 0,2 Prozent auf 3139,55 Punkte. Am Neuen Markt gab derweil der Auswahlindex Nemax-50 um 2,4 Prozent auf 415,19 Zähler nach.

Mit Spannung warten Börsianer nun auf die kommende Woche, in der gleich zwölf der 30 Dax-Unternehmen über ihre jüngste Geschäftsentwicklung berichten werden. "Ich glaube, die Investoren werden mit Argusaugen auf die Zahlen schauen, den Atem anhalten und einfach hoffen, da durchzukommen", sagte ein Aktienhändler. Große Kursgewinne seien allerdings nicht zu erwarten.

Infineon und Henkel enttäuschen

Die Aktien von Infineon schlossen 9,4 Prozent im Minus bei 9,29 Euro. "Der Ausblick ist nicht positiv und die Zahlen insgesamt inspirieren auch nicht", kommentierte der Fondsmanager Boris Böhm von Nordinvest in Hamburg.

Unterdessen verloren die Titel von Henkel 7,2 Prozent auf 61,65 Euro. Der Konsumgüterhersteller konnte Umsatz und Ertrag im dritten Quartal zwar steigern, blieb dabei aber hinter den Analystenerwartungen zurück. Die bekräftigte Prognose für das Gesamtjahr sei aber positiv und werde die Aktie in Zukunft stützen, sagte die Analystin Christine Feller von der BW-Bank.

Nach negativen Analystenkommentaren verbuchten auch die Papiere von Lufthansa und Adidas kräftige Verluste. Sie verloren 6,8 Prozent auf 11,21 Euro beziehungsweise 2,7 Prozent auf 77,69 Euro.

Finanzwerte von der EZB-Entscheidung belastet

Bei den Finanzwerten sorgte Händlern zufolge die anhaltende Enttäuschung über die am Vortag von der Europäischen Zentralbank (EZB) unverändert belassen Zinssätze für Verkäufe. So rutschten die Aktien der Commerzbank um 5,7 Prozent auf 7,06 Euro ab. Das Finanzinstitut hat für kommenden Mittwoch die Veröffentlichung seiner Geschäftszahlen angekündigt. Die Titel des Börsenschwergewichtes Allianz gaben um 3,8 Prozent auf 107,56 Euro nach.

Im MDax gab die Deutsche Börse für das abgelaufene Quartal einen Gewinnanstieg bekannt, der allerdings auf Grund von Einmalaufwendungen hinter den Analystenerwartungen zurückblieb. "Nimmt man die Einmalbelastungen raus, liegt das Ebit bei 132 Millionen Euro und damit deutlich über den Schätzungen", wandte der Analyst Joachim Müller von JP Morgan ein. Die Aktien der Börse verteuerten sich um 0,2 Prozent auf 39,58 Euro.

Wieder mehr Erotik an der Börse

Am Geregelten Markt legten die Papiere von Erotic Media an ihrem ersten Handelstag um knapp die Hälfte auf 44,20 Euro zu. 100 000 Aktien des Lizenzhändlers für Erotikfilme waren zu einem Festpreis von 30 Euro ausgegebenen worden. Die Emission war nach Angaben des Unternehmens mehr als dreifach überzeichnet. An Erotic Media ist Beate Uhse mit knapp 30 Prozent beteiligt.

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