Infineon und Toshiba vor Kooperation
Händler: SAP-Zahlen werden Märkte einbrechen lassen

Wegen der schlechter als erwartet ausgefallenen Quartalszahlen des Softwarekonzerns SAP sowie konjunktureller Sorgen der Anleger werden die deutschen Aktienmärkte Händlern zufolge am Donnerstag einbrechen. Nach den vorbörslichen Indikationen wird der Deutsche Aktienindex (Dax) rund zwei Prozent und das Wachstumssegment Neuer Markt mehr als vier Prozent leichter eröffnen.

Reuters FRANKFURT. "Die Stimmung ist wieder schlecht. SAP wird alle Techs belasten und den Dax runterziehen", sagte ein Händler. Vorbörslich fielen die SAP-Papiere auf Instinet um mehr als 16 %. Am Vorabend hatte außerdem der Chef-Wirtschaftsberater des US-Präsidenten, Lawrence Lindsey, gesagt, die US-Wirtschaft könne zwei Quartale in Folge schrumpfen, was allgemein der Definition einer Rezession entspricht.

Der Dax wird nach der vorbörslichen Berechnung des Handelshauses Lang & Schwarz mit 4540 Punkten in den Handel starten. Die Citibank sieht den Dax vorbörslich bei 4 531 Zählern. Am Mittwoch hatten die deutschen Standardwerte 0,4 % gewonnen und bei 4 644 Punkten geschlossen. Der Neue Markt, dessen Auswahlindex am Vortag noch 4,20 % zugelegt hatte, wird Händlern zufolge rund vier Prozent leichter in den Handel starten und damit wieder unter die psychologisch wichtige Marke von 1 000 Punkten fallen. Die 1 000-Punkte-Marke hatte der Blue-Chip-Index des Neuen Marktes am Vortag erstmals seit Anfang September wieder nach oben durchbrochen.

Im Mittelpunkt des Handels werden die Papiere des Walldorfer Softwarekonzerns SAP stehen. SAP hat im dritten Quartal 2001 trotz eines deutlich gestiegenen Umsatzes ein Ergebnis unter den Erwartungen von Analysten erzielt und seine Prognose für das Gesamtjahr gesenkt. Das operative Ergebnis ohne Einmaleffekte habe mit 201 Mill. ? in etwa auf Vorjahresniveau gelegen. Für das Gesamtjahr senkte SAP außerdem die Umsatzprognose. "Die Zahlen sehen sehr schlecht aus", sagte ein Händler. Vorbörslich fielen die Titel auf Instinet um mehr als 16 %.

Nach einem japanischen Zeitungsbericht stehen die Toshiba Corp und der deutsche Halbleiter-Hersteller Infineon kurz vor der Unterzeichnung zur Zusammenlegung ihrer Speicherchip-Sparten. Erst am Vortag hatte Infineon eine Stellungnahme zu ähnlich lautenden Berichten abgelehnt. Analysten gehen davon aus, dass eine Zusammenlegung die Kosten beider Unternehmen deutlich senken würde.

In den USA hatten am Vorabend zahlreiche große Unternehmen ihre Quartalsberichte vorgelegt. Unter anderem hatte der Chiphersteller Advanced Micro Devices (AMD) für das dritte Quartal den ersten Verlust seit über einem Jahr ausgewiesen und warnte gleichzeitig vor einem erneuten Verlust im vierten Quartal.

Die am Neuen Markt gelistete Direktbank Consors hat im dritten Quartal 2001 einen Rückgang beim Depot- und Einlagevolumen verzeichnet. Consors habe rund 15 000 Neukunden gewinnen können. Dabei hätten den Depoteröffnungen 8 200 Depotschließungen gegenüber gestanden. Die Anzahl der Trades habe sich im Rahmen der schlechten Stimmung an den Aktienmärkten im Konzern um 22 % auf 1,4 Mill. verringert. Vorbörslich tendierte die Aktie unverändert. "Die Anleger haben zurzeit andere Probleme als Consors", sagte ein Händler.

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