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Infineon und United Micro bauen Fabrik in Singapur

Der Münchener Halbleiterkonzern Infineon Technologies AG erweitert seine Kapazitäten in Asien. Die Siemens-Tochter wolle zusammen mit der taiwanischen United Microelectronics Corp (UMC) für 3,6 Mrd. $ (knapp acht Mrd. DM) eine Chipfabrik in Singapur bauen, teilte UMC am Freitag in Taipeh mit. Eine Absichtserklärung sei bereits unterzeichnet worden.

Reuters TAIPEH/SINGAPUR/MÜNCHEN. An der Fabrik werde Infineon mit 30 % beteiligt sein. Im bayerischen Regensburg wollen Infineon und der ebenso zu Siemens gehörende Lampenhersteller Osram ein neues Werk für Leuchtdioden bauen. Der Aktienkurs von Infineon gab am Freitag im Zuge der generellen Schwäche von Technologieaktien bis zum frühen Abend um fast fünf Prozent auf 44,81 Euro nach.

In dem Werk in Singapur sollen Chips für die drahtlose und drahtgebundene Kommunikation auf 300 Millimeter (30 Zentimeter) großen Siliziumscheiben, so genannten "Wafern", produziert werden. Die Fabrik, die größte Investition in der Chipindustrie in dem südasiatischen Stadtstaat, sei auf eine Produktion von 40 000 Wafern pro Monat ausgelegt. United werde an dem dafür gegründeten Gemeinschaftsunternehmen die Mehrheit halten. Der Bau soll im ersten Quartal 2001 beginnen, die Produktion soll im dritten Quartal 2002 anlaufen. Eine Infineon-Sprecherin sagte in München, die Vertragsunterzeichnung sei ebenfalls für das erste Quartal 2001 geplant.

Vorstand Andreas von Zitzewitz sagte in Singapur, Infineon verspreche sich von dem Engagement große Kostenvorteile und eine größere Flexibilität. Vom Einsatz der neuartigen 300-Millimeter- Technologie erwarten die Chiphersteller Einsparungen von rund 30 % im Vergleich zu der Produktion auf 200 Millimeter großen Wafern. Im Juni hatte Infineon in Dresden den Grundstein für ein neues Werk gelegt, das ebenfalls nach dieser Technologie fertigen und Ende 2001 in Betrieb gehen soll.

Analysten und Fondsmanager in Asien äußerten sich skeptisch zum Zeitpunkt der Expansion von UMC und Infineon. "UMC kann sich der Verlangsamung der weltweiten PC-Nachfrage nicht entziehen", sagte Eddy Chen, Fondsmanager des Capital Securities Investment Trust. Die Fabrik verschärfe das Problem des Überangebots, wenn die Nachfrage nachlasse. Die Investition sei langfristig sicher positiv, sagte Analyst Rick Hsu von Nomura Securities. Das Werk werde jedoch nicht vor dem zweiten Halbjahr 2003 rentabel arbeiten. Bei Infineon hieß es, die Fabrik in Singapur erlaube dem Konzern eine höhere Flexibilität in der Kapazitätsplanung, da Infineon nur eine Minderheitsbeteiligung halte.

Infineon ist mit einer Mehrheit von 71 % im Besitz des Münchener Technologiekonzerns Siemens, der sich aber sukzessive vollständig von den Anteilen trennen will. UMC ist der weltweit zweitgrößte Chipproduzent und unterhält acht Waferfabriken in Taiwan und zwei in Japan, arbeitet aber nur als Zulieferer ("Foundry") von Markenherstellern.

Ob Infineon die neue Chipfabrik für Leuchtdioden (LEDs) in Regensburg nach dem Bau noch mit betreiben wird, ist unklar. Der Lampenhersteller Osram, der mit 51 % die Mehrheit an der Osram Opto Semiconductors GmbH & Co OHG hält, will die übrigen Anteile übernehmen, die bei Infineon liegen. Ein Abschluss ist nach früheren Angaben allerdings erst Ende 2001 zu erwarten. Der erste Spatenstich ist für April 2001 geplant. Allein der erste Bauabschnitt werde rund 120 Mill. Euro kosten, sagte der Vorsitzende der Osram-Geschäftsführung, Wolf-Dieter Bopst. Bis Anfang 2003 sollen durch die Fabrik 400 Arbeitsplätze entstehen. Osram Opto stellt LEDs für die Auto- und Kommunikationsbranche, Infrarotbauelemente und Leistungslaser her.

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