Archiv
Infineon unerwartet mit Quartalsfehlbetrag - Aktie an DAX-SpitzeDPA-Datum: 2004-07-20 10:53:44

(dpa-AFX) München - Der Halbleiter-Hersteller Infineon < IFX.ETR > hat im abgelaufenen Quartal wegen deutlich aufgestockter Rückstellungen im Zusammenhang mit Dram-Wettbewerbsverfahren überraschend einen Fehlbetrag verbucht. Die Infineon-Aktie kletterte dessen ungeachtet am Dienstagvormittag an die Spitze des deutschen Leitindex DAX < DAX.ETR > . Experten verwiesen auf den um Rückstellungen bereinigten operativen Gewinn im dritten Geschäftsquartal (Ende Juni), der über den Analysten-Prognosen liegt. Zudem steigerten die Münchener ihren Umsatz unerwartet deutlich.

(dpa-AFX) München - Der Halbleiter-Hersteller Infineon < IFX.ETR > hat im abgelaufenen Quartal wegen deutlich aufgestockter Rückstellungen im Zusammenhang mit Dram-Wettbewerbsverfahren überraschend einen Fehlbetrag verbucht. Die Infineon-Aktie kletterte dessen ungeachtet am Dienstagvormittag an die Spitze des deutschen Leitindex DAX < DAX.ETR > . Experten verwiesen auf den um Rückstellungen bereinigten operativen Gewinn im dritten Geschäftsquartal (Ende Juni), der über den Analysten-Prognosen liegt. Zudem steigerten die Münchener ihren Umsatz unerwartet deutlich.

Für das laufende Schlussquartal 2003/04 zeigte sich Vorstandschef Max Dietrich Kley zuversichtlich. "Wir erwarten weitere Zuwächse beim Umsatz sowie beim Konzernüberschuss." Infineon sei auf dem richtigen Weg. "Allein durch die Rückstellung im Rahmen der Dram-Wettbewerbsverfahren wurde unser Netto-Ergebnis ins Negative gedrückt. Damit wird verdeckt, dass wir sonst ein sehr erfolgreiches Quartal erzielt haben."

'Infineon AUF Richtigem WEG'

Kley äußerte sich außerdem optimistisch zu den Geschäftsaussichten. Der Halbleitermarkt habe in den vorigen Monaten beträchtlich an Dynamik gewonnen. "Dass wir - ohne die für das Wettbewerbsverfahren gebildeten Rückstellungen - von dieser Entwicklung profitieren konnten, spiegelt sich in unseren verbesserten Finanzergebnissen wider."

Von den vier Infineon-Sparten erzielte der umsatzstärkste Bereich Speicherprodukte im Berichtzeitraum wegen höherer Chippreise die höchsten Erlöszuwächse. Nur im defizitären Bereich Drahtgebundene Kommunikation schrumpften die Erlöse. In den vergangenen Wochen waren Spekulationen über die Abspaltung der stark konjunkturabhängigen Chipsparte aufgekommen. Mitte Juni hatte Infineon dann gemeldet, sich nach intensiver Prüfung gegen eine Abspaltung seines riskanten Speichergeschäfts entschlossen zu haben.

Die Aktie legte am Dienstag bis gegen 10.30 Uhr um 1,40 Prozent auf 9,30 Euro zu. Kurz nach Börseneröffnung hatte der Infineon-Titel noch Verluste verzeichnet und mit 9,20 Euro ein 52-Wochen-Tief markiert. Seit Anfang Juli hat die Aktie der Infineon Technologies AG etwa drei Euro deutlich an Wert verloren. Vor allem hatte die gekappte Jahresprognose des weltgrößten Mikroprozessoren-Produzenten Intel < Intc.NAS > < INL.FSE > hatte die Märkte aufgeschreckt.

Deutlich Höhere Rückstellungen

Im Berichtzeitraum stockte Infineon die Rückstellungen wegen laufenden Untersuchungen in einem Dram-Wettbewerbsverfahren in den USA und Europa sowie möglichen Zivilklagen um 184 auf 212 Millionen Euro auf. Weitere Rückstellungen schließt der Halbleiter-Hersteller nicht aus. Das US-Justizministerium hatte vor rund zwei Jahren eine Untersuchung wegen möglicher Verletzungen von US-Wettbewerbsgesetzen in der Dram-Industrie begonnen. Insgesamt 25 Sammelklagen gegen Infineon und andere Speicherchip-Hersteller wurden erhoben. Der Konzern beantworte außerdem ein Auskunftsersuchen der EU-Kommission vom April 2003 bezüglich des europäischen Markts für Speicherprodukte.

Im dritten Quartal verzeichnete Infineon wegen der Rückstellungen einen Fehlbetrag von 56 Millionen Euro verglichen mit einem Überschuss von 39 Millionen Euro im Vorquartal und einem Fehlbetrag von 116 Millionen Euro ein Jahr zuvor. Analysten hatten im Schnitt einen Überschuss von 85,91 Millionen Euro vorhergesagt. Der Quartalsumsatz verbesserte sich gegenüber dem Vorquartal um 14 Prozent auf 1,9 Milliarden Euro. Hier lag Infineon über der Experten-Durchschnitts-Schätzung von 1,797 Milliarden Euro.

Das operative Gewinn schrumpfte auf 2 Millionen Euro gegenüber 71 Millionen Euro im Vorquartal. Ein Jahr zuvor war ein Ebit-Verlust von 116 Millionen Euro angefallen. Ohne die zusätzlichen Rückstellungen hätte Infineon einen operativen Gewinn von 186 Millionen Euro im Quartal erzielt, wie die Gesellschaft meldete. Damit hätte der Halbleiter-Hersteller Analysten-Erwartungen übertroffen.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%