Infineon unter Druck
Dax setzt Aufholjagd nach Terroranschlägen fort

Die deutschen Standardwerte verbuchten am Mittwoch Gewinne. Der Deutsche Aktienindex (Dax) lag zum Handelsschluss bei 4 095 Punkten mit 2,2 % im Plus. Zeitweilig hatten die Kurse noch deutlich stärker zugelegt - das Tageshoch des Dax betrug 4 186 Zähler - doch schmolzen die Gewinne nach der schwächeren Eröffnung der US-Börsen wieder zusammen.

FRANKFURT. Die andauernde Erholung nach den massiven Einbrüchen in Folge der Terroranschläge hat Händlern zufolge mehrere Gründe. Zum einen schwinde die Angst vor einem regelrechten Krieg, da die USA bei ihrem Schlag gegen die Terroristen offenbar recht besonnen zu Werke gingen. Verwiesen wurde dabei auf Äußerungen von US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld. Dieser hatte angekündigt, es werde keinen Großangriff gegen den Terrorismus geben. Zum anderen setze sich die Erkenntnis durch, dass diverse Aktien nach den Attentaten über Gebühr abgestraft wurden, selbst wenn man eine länger anhaltende Wirtschaftsschwäche unterstelle.

Allerdings warnen die Börsenprofis unisono vor falschen Hoffnungen auf eine dauerhafte Erholung. Niemand könne die Kursentwicklung für die nächsten Tage vorhersagen, heißt es am Markt. Zwar könnte der Dax aus technischer Sicht kurzfristig noch weiter klettern. Die fundamentale Unsicherheit sei aber unverändert immens. Früher oder später werde es zu einem Gegenschlag der USA kommen, der die Kurse wieder unter Druck setzen dürfte. Außerdem seien die realwirtschaftlichen Folgen der Terrorattacken und möglicher Gegenschläge kaum zu kalkulieren und die Gefahr einer Rezession in den USA sehr hoch.

Lufthansa fliegt mit sattem Plus

Zu den größten Gewinnern zählte am Mittwoch die lange gebeutelte Lufthansa -Aktie mit einem satten Plus von 9,5 %. Auch der Kurs des Touristikkonzerns Preussag kletterte zeitweise um fast 10 %, der Gewinn schmolz am Ende aber auf 5 % zusammen. Preussag zählten zu den Titeln, die besonders unter den Terroranschlägen gelitten und zeitweilig fast die Hälfte ihres Wertes verloren hatten. Mittlerweile neigen Händler aber der Auffassung zu, dass die Kursverluste wegen des geringen US-Geschäfts der Gruppe übertrieben waren. Zudem werde die Reiselust der Deutschen kaum nachlassen, vermuten Analysten. Aufschläge verbuchten darüber hinaus die Chemietitel. Bayer , BASF und Degussa profitierten von dem schwachen Rohölpreis, denn Öl ist einer der wichtigsten Rohstoffe der Branche. Beflügelt wurden Chemietitel europaweit zudem von Äußerungen hochrangiger Opec-Vertreter, die im Vorfeld der Opec-Konferenz erklärt hatten, es bestehe keine Notwendigkeit einer Senkung der Ölförderung.

Uneinheitlich zeigten sich die Autoaktien. Daimler-Chrysler legten zu, obwohl das Handelsblatt gestern berichtet hatte, dass sich die Sanierung bei Chrysler wegen der Terrorschanschläge verzögern dürfte. Händlern zufolge war eine Schwächung der US-Tochter bereits erwartet worden. Dagegen rutschten Volkswagen nach anfänglichen Gewinnen im späteren Handel in die Verlustzone (-1,5 %).

RWE steigt nach Vorlage neuer Geschäftszahlen

Deutlich zulegen konnten RWE nach der Vorlage neuer Geschäftszahlen. Der Energieriese hatte sein Betriebsergebnis im abgelaufenen Geschäftsjahr kräftig erhöht. Die T-Aktie verbesserte sich ebenfalls. Manche Analysten stufen Telekomkonzerne mit hohem Festnetzanteile neuerdings eher als defensive Anlage ein. Sie dürften von einer Konjunkturschwäche relativ wenig betroffen sein. Tagesverlierer waren Infineon mit minus 8 %. Der Chiphersteller hatte eine Kürzung der Investitionen angekündigt, plant aber keine weiteren Finanzmaßnahmen. Dennoch stufte die WGZ-Bank den Titel weiterhin als "Underperformer" ein, weil die Konjunkturabschwächung in den USA Risiken berge.

Der M-Dax, das Börsenbarometer der mittelgroßen Aktien, legte über 2 % zu. Die Regionalbörsen tendierten durchwachsen. In Bremen und Hamburg notierten die Aktien zur Kasse leichter. Freundlich verlief das Geschäft dagegen in Berlin und Hannover. In München verlief die Kursentwicklung uneinheitlich. 

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