Infineon unter Druck
Schwache US-Börsen belasten Dax

Die deutschen Aktienmärkte haben am Mittwoch im Sog nachgebender US-Börsen im Minus geschlossen. Insbesondere die Aktien von Infineon standen deutlich unter Druck, nachdem der Halbleiterhersteller Verluste für das laufende Quartal in Aussicht gestellt hatte. Der Dax verbuchte nach einem über weite Strecken orientierunglosen Verlauf am Ende des Handelstages ein Minus von 0,88 % auf 6 215 Zähler. Am Neuen Markt gab der Nemax-All-Share um knapp 2 % auf 1 895 Punkte nach, der Nemax 50 fiel um 2,7 % auf 1 876 Zähler.

Reuters FRANKFURT. "Nach dem guten Anstieg der Nasdaq in den letzten Tagen ist es nur selbstverständlich, dass Investoren jetzt erstmal Gewinne einstecken", sagte Jason Forde, Fondsmanager bei Maintrust. Zudem würden Anleger am deutschen Markt vor dem Feiertag am Donnerstag offene Kaufpositionen schließen. "Wir stehen vor einem langen Wochenende, da die US-Börsen am Montag wegen des Memorial Day geschlossen bleiben, und da geht keiner ein Risiko ein", fügte Forde hinzu.

Aussichten auf einen Verlust im laufenden Quartal führten Marktteilnehmern zufolge bei den Aktien des Halbleiterherstellers Infineon zu kräftigen Kursverlusten. Mit einem Minus von 4,5 % auf 43,84 Euro waren die Titel bei Handelsschluss der größte Verlierer im Index. Zuvor hatte Infineon-Chef Ulrich Schumacher gesagt, auf Grund der anhaltenden Schwäche der Mobilfunk- und Speicherchipmärkte sei ein Verlust im dritten Quartal des Geschäftsjahres wahrscheinlich. Eine nach unten korrigierte Gewinnschätzung der Investmentbank Morgan Stanley habe die Titel zusätzlich belastet, sagten Händler.

Die Aktien der Lufthansa gaben um 2,8 % auf 22,64 Euro nach. Am Mittwoch wurde der ehemalige Bundesaußenminister Hans-Dietrich Genscher (FDP) als Schlichter im Tarifstreit benannt, nachdem die Tarifverhandlungen zwischen dem Unternehmen und der Pilotengewerkschaft Cockpit am Dienstag für gescheitert erklärt worden waren. Den Kursabschlag bei der Aktie führten Händler auf Gewinnmitnahmen nach den jüngsten Kursanstiegen des Papiers zurück. "Die Leute waren wohl ein bisschen zu euphorisch und glaubten, dass man bald übereinkommen werde", sagte Maintrust-Fondsmanager Forde. "Der Einigungsprozess wird aber wohl noch eine Weile dauern."

Favorit im Dax waren die Titel von SAP . Die Aktien schlossen um 0,6 % fester bei 179,11 Euro, nachdem sie zuvor um knapp 2 % gestiegen waren und in dem fallenden Gesamtmarkt einen Teil ihrer Gewinne eingebüßt hatten. Händler hatten den Kurszuwachs auf eine mögliche Kooperation des Unternehmens mit dem US-Computerhersteller IBM zurückgeführt. Aus Branchenkreisen hatte es am Morgen geheißen, SAP könnte durchaus an einer Vertriebskooperation mit dem Computerkonzern IBM bei E-Commerce-Projekten interessiert sein.

Der M-Dax schloss um 0,2 % schwächer. Im Börsensegment der mittelgroßen Werte konnten die Titel der Spar AG-Handels ein Kursplus von 114 % auf 5,94 Euro verbuchen, nachdem der französische Konzern ITM den Spar-Aktionären ein öffentliches Kaufangebot unterbreitet hatte. Die US-Börsen notierten bei Börsenschluss Frankfurt im Minus. Die Nasdaq gab um 2,3 % auf 2260 Zähler nach, der Dow-Jones-Index notierte um 1,2 % schwächer bei 11 127 Punkten.

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