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Inflationsrate in der Eurozone im Juli überraschend gesunken

Der Preisdruck in der Eurozone ist im Juli überraschend gesunken. Die Jahresinflation blieb aber über der Warnschwelle der Europäischen Zentralbank (EZB) von 2,0 %. Volkswirte rechnen dennoch nicht mit einer baldigen Zinserhöhung.

dpa-afx LUXEMBURG. Der Preisdruck in der Eurozone ist im Juli überraschend gesunken. Die Jahresinflation blieb aber über der Warnschwelle der Europäischen Zentralbank (EZB) von 2,0 %. Volkswirte rechnen dennoch nicht mit einer baldigen Zinserhöhung.

Die Jahresinflationsrate sank auf 2,3 % nach 2,4 % im Juni, wie die europäische Statistikbehörde Eurostat am Mittwoch nach endgültigen Berechnungen in Luxemburg mitteilte. Binnen Monatsfrist gingen die Verbraucherpreise um 0,2 % zurück. Volkswirte hatten mit 0,1 % gerechnet, bei einer Jahresinflation von 2,4 %.

Preistreiber waren den Angaben zufolge vor allem Kraftstoffe, Heizöl und Tabak. Wegen stark gestiegener Ölpreise hatte die jährliche Rate im Durchschnitt der zwölf Euro-Staaten im Mai noch 2,5 % betragen. Nach EZB-Definition herrscht bei einer Rate von bis zu oder nahe bei 2 % mittelfristig Preisstabilität. Bei einer hohen Inflationsrate hat die EZB nur einen eingeschränkten Spielraum für Zinssenkungen zum Ankurbeln der Konjunktur.

Nach Berechnungen von Hsbc Trinkaus & Burkhardt zeichnet sich für das Gesamtjahr 2004 eine Inflationsrate von 2,1 % ab, die 2005 wieder unter der Marke von 2 % liegen dürfte. "Die Notwendigkeit für eine Zinserhöhung sehen wir vor diesem Hintergrund nicht", hieß es. Auch die Dekabank sieht keine Notwendigkeit für eine baldige Zinserhöhung. Die EZB brauche sich über den mittelfristigen Inflationstrend "keine allzu großen Sorgen zu machen", sagte Volkswirt Karsten Junius.

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