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InfoGenie - "Frau Erika" geht am 25.10 an den Neuen Markt

vwd MÜNCHEN/BERLIN. Auch "Frau Erika" geht mit der Zeit. Die kluge Dame, die früher als Synonym für die Ratgeberseite der Zeitschriften stand, wird zwar nicht direkt an der Börse notiert. Die Geschäftsidee der InfoGenie Europe AG, München, ist jedoch dieselbe - Rat in allen Lebenslagen per Telefon oder E-Mail. "Das Internet ist aber für uns nur ein weiterer Kommunikationskanal, unser Kerngeschäft ist der Verkauf von Rat", sagte Vorstandsvorsitzender Markus Semm. Weil das Unternehmen eben keine Dot-Com-Firma sei, bereitet Semm auch das derzeit schwache Marktumfeld für Technologiewerte weniger Sorgen.



Eine Verschiebung des Börsengangs sei nicht geplant, betont der Vorstandsvorsitzende, der das Unternehmen Ende 1996 gründete. Der Preisverfall im Computergeschäft habe damals bei den Firmen einen Kostendruck ausgelöst, so dass angebotene Hotlines oft nicht mehr mit der nötigen Kapazität ausgestattet wurden. "InfoGenie bot den Unternehmen die Möglichkeit, dieses Geschäft auszugliedern", sagt Semm, der sich zunächst als gelernter Informatiker auf einen Technik-Ratgeber spezialisierte. 1998 folgte die Beratung im standesrechtlichen Bereich. Mittlerweile deckt das Unternehmen eine breite Palette ab.



Vom Computerspiel, über Haustiere und Börsentipps bis zur psychologischen Lebenshilfe reicht das Spektrum, dass die rund 500 auf Honorarbasis beschäftigten Experten abdecken. Einnahmen erzielt InfoGenie entweder direkt über die Hotline-Kosten oder als Dienstleister für einen Dritten. Auch im Internet soll das Geschäftsmodell funktionieren. Einen Teil des Erlöses aus dem Börsengang will das Unternehmen in den Aufbau eines "Expert Portals" stecken. Dazu hat InfoGenie eine eigene Software entwickelt, bei der anfallenden Kosten dirket auf den Telefonanschluss des surfenden Kunden gebucht werden. "In dieser Technologie steckt noch Fantasie", sagt Semm.



Auch die internationale Expansion soll durch das IPO vorangetrieben werden. Bereits aktiv ist das Unternehmen in Großbritannien, noch in diesem Jahr soll die Markteinführung in Italien und Frankreich erfolgen. "Wir wollen Europas führender Anbieter sein", nennt Semm das Unternehmensziel. Schon jetzt liege InfoGenie mit 40 000 bis 50 000 Anrufen und etwa 10 000 E-Mails pro Monat in einer Spitzenposition und besitze keinen direkten Konkurrenten mit einem ähnlich breiten Themenspektrum.



Die Kosten der Expansion und für den Vertrieb drücken allerdings dem Businessplan zufolge noch zwei Jahre lang die Bilanz in die roten Zahlen. Nach einem Ebit von minus 484 000 Euro und einem Umsatz von 1,094 Mill. Euro erwartet InfoGenie für das laufende Jahr ein Ergebnis vor Steuern und Zinsen in Höhe von minus 1,887 Mill. Euro und einen Umsatz von 2,823 Mill. Euro. 2001 soll sich das Minus nocheinmal auf 3,263 Mill. Euro vergrößern, der Umsatz hingegen deutlich auf 15,177 Mill. Euro steigen. Für das folgende Jahr rechnet das Unternehmen dann aber mit einem Vorsteuergewinn von 1,066 Euro bei einem Umsatz von 39,237 Mill. Euro.

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