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InfoGenie hält an Börsengang fest

Reuters FRANKFURT. Der Berliner Ratgeberdienst InfoGenie Europe AG hält trotz einer Reihe abgesagter Börsengänge an seinem für den 25. Oktober geplanten Gang an den Neuen Markt fest (weitere Emissionsdaten). Bei einer Verzögerung des Börsenganges wäre der Nachteil für InfoGenie größer als der Vorteil, sagte Vorstandschef Markus Semm am Mittwoch in Frankfurt. "Das unsichere Marktumfeld verunsichert uns nicht", fügte Semm hinzu. InfoGenie habe bislang ein "sehr positives" Feedback von institutionellen Anlegern erhalten, zudem sei das Emissionsvolumen nicht sehr groß, sagte der Vorstandschef.

Mit dem Erlös aus dem Börsengang will das Unternehmen vor allem den Ausbau seiner Vertriebsmannschaft finanzieren. Desweiteren werde das frische Kapital für die Expansion nach Italien und Frankreich benötigt. Auch seien Akquisitionen in den Kernländern der Gesellschaft geplant. Zudem solle der Börsengang zu Steigerung des Bekanntheitsgrad von InfoGenie beitragen, betonte Semm.

Der 1996 gegründete Börsenkandidat sieht sich als einen führenden Anbieter individueller Ratgeberdienste über Telefon und Internet und bringt eigenen Angaben zufolge Ratsuchende mit Experten zusammen. Derzeit beantworten 550 Spezialisten Fragen rund um die Themen Internet, Computer, Computer- und Konsolenspiele, Recht, Steuern, Gesundheit, Psychologie und Tiere. Davon agieren 330 in Deutschland und 220 in Großbritannien. Bis Jahresende will InfoGenie laut Semm rund 1000 Experten beschäftigen. Außerdem sei die Inbetriebnahme von Tochterfirmen in Italien und Frankreich geplant, kündigte Semm an.

Die Ratgeber- und Informationsdienste werden entweder unter eigenem Namen betrieben und richten sich dann direkt an den Endverbraucher oder werden, was auf einen wesentlichen Teil der Geschäftstätigkeit von InfoGenie zutrifft, für Dritte in deren Namen erbracht. In diesem Fall seien die Kunden von InfoGenie Unternehmen, die sich für ein Outsourcing ihrer Ratgeber- und Informationsdienste entschieden haben. Gegenüber dem Verbraucher trete InfoGenie im Namen des jeweiligen Kundens auf, sagte Semm.

Rund 80 % seiner Umsätze erwirtschaftet das Unternehmen im Outsourcing-Bereich. Derzeit vertreibe InfoGenie Dienstleistungen an über 100 Geschäftskunden wie die Gong-Gruppe, den Springer Verlag, Lexware, Karstadt oder ProMarkt. Im Aufbau befindet sich laut Semm der Geschäftsbereich Virtual Office, in dem Sekretärinnen für kleine und mittlere Unternehmen sowie für Freiberufler oder Außendienstorganisationen Nachrichten entgegen nehmen und beispielsweise virtuelle Terminkalender führen sollen. Erste Umsätze aus diesem Bereich würden ab dem Jahr 2001 erwartet, sagte Semm.

Prognosen über das künftige Marktpotenzial für die von InfoGenie erbrachten Dienstleistungen seien nur schwer zu erbringen, da sich die Branche erst entwickele, sagte Semm weiter. Nach Aussage des Vorstandsvorsitzenden ist ihm kein Unternehmen bekannt, dass so aufgestellt ist wie InfoGenie. Nur in einzelnen Tätigkeitsfeldern lasse sich das Unternehmen mit anderen Gesellschaften vergleichen.



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