Infomatec kommt unter die Räder
Neuer Markt schlägt Dax

Die Wachstumswerte machten am Mittwoch das Rennen. Der Nemax legte 1,3 Prozent zu.

Reuters FRANKFURT. Die Aktien am Neuen Markt in Frankfurt haben sich zur Wochenmitte trotz einer Käuferzurückhaltung am Vortag der Zinsentscheidung der Europäischen Zentralbank freundlich gezeigt. "Die Wolken reißen auf", beschrieb ein Händler die erneut festere Tendenz am Markt.



Der alle Werte umfassende Nemax-Index schloss 1,3 Prozent fester bei 5372,45 Zählern und ging damit ebenso auf seinem Tageshoch aus dem Handel wie der Nemax50 für die größten Werte des Segments, der um 1,68 Prozent auf 5929,36 Punkte zulegte.



Damit entwickelte sich der Neue Markt erneut besser als die US-Technologiebörse Nasdaq, die bei Handelsschluss in Frankfurt 0,2 Prozent fester notierte. Zur Begründung wurde darauf verwiesen, dass der Nemax die Kurszuwächse in den USA in den Vorwochen kaum nachvollzogen und daher noch Nachholpotenzial habe.



Zwar gebe es im Vorfeld der EZB-Zinsentscheidung eine abwartende Haltung vieler Anleger, sagte ein Händler. Dennoch seien die Umsätze bei vielen Titeln akzeptabel. Ein anderer Marktteilnehmer sagte, jetzt müssten Investoren allerdings weiter Mut zeigen und in den Markt einsteigen. Den Angaben zufolge schieben derzeit viele Anleger ihr Geld vor sich her und warten auf eine günstige Möglichkeit für einen Einstieg.



In den USA waren die Umsätze am Mittwoch gering. Man konzentriere sich auf die für Freitag erwarteten Zahlen zum US-Arbeitsmarkt, hieß es. Zudem ist der kommende Montag in den USA ein Feiertag, weshalb die Börse geschlossen bleibt.



Die deutlichsten Kursverluste musste am Mittwoch die Infomatec Integrated Systems hinnehmen. Die Titel schlossen nach einem Tagestief von 5,30 Euro mit 6,80 Euro noch 16,1 Prozent im Minus. Das Unternehmnen hatte zuvor seine Umsatzprognose um knapp die Hälfte zurück genommen. Die Titel hatten bereits in den Vortagen verloren, nachdem dass Unternehmen zugeben musste, frühere Pflichtmitteilungen über Aufträge nicht korrekt formuliert zu haben. Die Schutzgemeinschaft der Kleinaktionäre teilte am Mittwoch mit, sie werde Strafanzeige gegen den Infomatec-Vorstand stellen.



Die Titel des High-Tech-Unternehmens Tepla gaben 12,7 Prozent auf 19,20 Euro nach. Das Unternehmen hatte zuvor über einen gestiegenen Umsatz berichtet, war dabei aber in die Verlustzone gerutscht.



Senator Entertainment

stiegen indes nach der Vorlage der Halbjahreszahlen um 15,2 Prozent auf 20,95 Euro. Das Unternehmen hatte über prozentual zweistellige Umsatz- und über dreistellige Ergebniszuwächse berichtet.



Auch die Titel der Analytik Jena waren nach der Vorlage der Geschäftszahlen gesucht und stiegen 9,7 Prozent auf 34 Euro.



Eine recht seltene Begründung fand ein Händler für den Anstieg von 23,3 Prozent auf 54,90 Euro bei der mecklenburgischen Plasmaselect . Der Besuch von Bundeskanzler Gerhard Schröder in dieser Woche im Rahmen seiner Tour durch Ostdeutschland habe offenbar das Interesse der Anleger an dem Unternehmen geweckt, hieß es. Schröder hatte das Unternehmen vor wenigen Tagen besucht und dabei die Biotech-Branche als Zukunftsmarkt für Deutschland bezeichnet.

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