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Infomatec will mit interaktivem TV aus der Krise

Ziel sei es, im Bereich Interaktives Fernsehen der führende Technologieanbieter zu werden, teilte die am Neuen Markt notierte Infomatec am Montag mit.

Reuters MÜNCHEN. Das krisengeschüttelte Softwareunternehmen Infomatec AG will sich künftig auf Lösungen für das interaktive Fernsehen konzentrieren und nicht zum Kerngeschäft gehörende Bereiche verkaufen. Ziel sei es, in diesem Bereich der führende Technologieanbieter zu werden, teilte die am Neuen Markt notierte Infomatec am Montag mit. Für die Sparten Globale Informationssysteme und Application Service Providing würden strategische Partner gesucht. Die Maßnahmen sollten die Liquidität sichern, um in strategische Beteiligungen und die Forschung und Entwicklung investieren zu können. An der Börse weckten die Pläne offenbar Hoffnungen. Die in den vergangenen Wochen auf Kurse von knapp über zwei Euro eingebrochenen Aktien legten über 40 % auf 3,20 Euro zu.

Infomatec war Ende August in die Schlagzeilen geraten, als die Firma ihre Umsatzprognose für das laufende Jahr auf rund 50 Mill. Euro halbierte und überhöhte Angaben über Aufträge einräumen musste. Die beiden Betreuerbanken WestLB und Sal. Oppenheim hatten sich daraufhin zurückgezogen. Durch die Gewinnung von Lang & Schwarz, Future Securities und M.M. Warburg als neue "Designated Sponsors" hatte Infomatec den drohenden Ausschluss vom Neuen Markt vermieden.

Durch die Verschmelzung von Internet und Fernsehen würden neue Geschäftsfelder wie der direkte Produktvertrieb und die Einbindung von Zuschauern in Fernsehsendungen erschlossen, erläuterte das Unternehmen die strategische Neuausrichtung. Einer Studie des Martforschungsinstitut Forrester zufolge würden in den nächsten vier Jahren rund 80 Mill. Menschen ihr Fernsehgerät als interaktives Medium nutzen. Mit seiner CrossTV-Technologie und das Knowhow bei Internet-Lösungen habe Infomatec in diesem Bereich einen Entwicklungsvorsprung.

Auf der Suche nach strategischen Partnern für die Bereiche Globale Informationssysteme und Application Service Provider sei Infomatec mit mehren Unternehmen bereits in intensiven Gesprächen, die spätestens im ersten Quartal 2001 abgeschlossen werden sollen, sagte ein Infomatec-Sprecher. Mittelfristig würden auch diese Bereiche abgespalten werden. Alle übrigen nicht zum Kerngeschäft zählenden Bereiche sollten kurzfristig verkauft werden.

Händler bezeichneten die strategische Ankündigung als "leichte Aufhellung" bei Infomatec. Mit dem Sprung über die drei Euro-Marke habe die Aktie eine erste technische Hürde genommen. Die kurzfristige Tendenz zeige daher nach oben, sagte ein Händler in Düsseldorf. Ob sich die Aktie aber nachhaltig von ihren Tiefstständen erholen werde, sei nicht sicher.

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