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Das Euro-Lexikon (Teil 1)

Fragen über Fragen. Die Einführung des Euros stellt viele Verbraucher vor Unklarheiten und unbeantwortete Probleme. Unser "Euro-Lexikon" versucht die wichtigsten Schlagwörter aufzulisten und somit Fragen zu beantworten.

AKTIEN: Die Kurse der Aktien an allen deutschen Börsen werden seit 1999 nur noch in Euro notiert. Am Wert der Papiere hat sich durch die Umrechnung nichts geändert. Kauf und Verkauf können noch bis 2002 in D-Mark abgewickelt werden. Die Umrechnung erledigt die Bank nach dem festen Kurs und festen Rundungsregeln.

AUTOMATEN: In Deutschland gibt es schätzungsweise 2,4 Mill. Automaten: für Zigaretten, Glücksspiele, Bargeld, Kondome, Fahrscheine, Parkscheine oder für Kaugummi. Alle müssen bis zum Jahr 2002 auf die neuen Münzen und Scheine umgestellt werden. Die Kosten in Milliardenhöhe trägt die Branche selbst. Experten warnen davor, dass es Probleme mit einigen Münzen aus Frankreich geben könnte. Ihre spezielle Legierung führt dazu, dass die modernen Automaten sie als Falschgeld behandeln. Betroffen seien Ein- und Zwei-Euro-Münzen, die bereits vor 1999 in Frankreich geprägt wurden.

BARGELD: Am 1. Januar 2002 wird das Euro-Bargeld eingeführt. Das neue Geld wird sieben Scheine im Wert von fünf bis 500 ? sowie acht Münzen in der Stückelung von einem Cent bis zwei Euro umfassen. Mit D-Mark und Pfennig kann parallel zum Euro bis zum 28. Februar 2002 bezahlt werden. Danach wird die D-Mark als Zahlungsmittel ungültig. Die alte Währung kann aber bis auf weiteres in den Landeszentralbanken kostenfrei umgetauscht werden.

BAUSPAREN: Bestehende Bausparverträge gelten unverändert weiter. Beiträge, Guthaben und Bausparsummen werden wertgleich auf Euro umgestellt. Neue Verträge können seit 1999 in Euro abgeschlossen werden. Beiträge können in D-Mark geleistet werden. Sie werden dann wertgleich in Euro umgerechnet.

BRIEFMARKEN: Schon jetzt sind viele Briefmarken in Cent und Pfennig ausgezeichnet. Diese sowie die reinen Pfennig-Briefmarken bleiben bis zum 30. Juni 2002 gültig. Danach können sie in die nur in Cent ausgezeichneten Briefmarken ausgetauscht werden.

CHANCEN UND RISIKEN: Durch die Währungsunion entsteht einer der größten Währungsräume der Welt. In dieser Wirtschaftsregion fallen Wechselkursrisiken ebenso weg wie der teure Umtausch von Devisen. Firmen können besser planen, es entsteht ein größerer Markt, der Euro dürfte gegen Währungsturbulenzen eher gefeit sein, als eine einzelne Währung. Doch niemand kann vorhersagen, ob der Euro so stabil bleiben wird wie die D-Mark war. Schwächere Länder können Wettbewerbsnachteile bald nicht mehr mit Abwertungen wettmachen. Davon könnte Deutschland als Hartwährungsland profitieren. Es könnten aber Ausgleichsforderungen schwächerer Länder oder politische Spannungen drohen.

CHAOS: Ob im Januar in Supermärkten und Bankinstituten das Chaos ausbricht - darüber streiten sich die Experten. Manche befürchten, dass es anfangs zu wenig Euro-Kleingeld geben, und der Einzelhandel schnell bei der Wechselgeldrückgabe an seine Grenzen stoßen wird. Die deutschen Sparkassen fürchten sich vor dem Ansturm der Kunden, die sich mit Euro eindecken und ihre D-Mark eintauschen wollen. Empfohlen wird, schon jetzt größere DM-Bargeldbestände und Münzvorräte bei Banken und Sparkassen einzuzahlen, um Wartezeiten Anfang des kommenden Jahres zu vermeiden.

DM-EURO-KURS: Der Umrechnungskurs der D-Mark zum Euro wurde am 31. Dezember 1998 festgelegt. Seitdem gilt die Umrechnungsformel: ein Euro für 1,95583 DM oder eine DM für 0,511292 ?.

E-Day: Am Euro-Tag, wenn für gut 300 Mill. Menschen Europa ein Stück näher rückt, werden die Finnen hoch im Norden und die Griechen ganz im Süden die ersten sein. Mit einer Stunde Vorsprung können sie vor den mitteleuropäischen Euro-Ländern ihre Morgenzeitung mit einem nagelneuen Euro bezahlen. Die Portugiesen und die Spanier auf den Kanarischen Inseln bilden mit einer Stunde Verspätung das Schlusslicht.

EURO-LAND: Das Kunstgebilde umfasst die zwölf Staaten Finnland, Irland, Deutschland, Niederlande, Belgien, Luxemburg, Frankreich, Spanien, Portugal, Italien, Österreich und Griechenland. Euro-Land reicht von Utsjoki im Norden Finnland bis zur italienischen Insel Lampedusa vor Libyen. Aber auch französische Überseegebiete wie Guadeloupe gehören dazu. Gut 300 Millionen Menschen leben auf 2,4  Millionen Quadratkilometern Euro-Land. Sie sprechen 18 Amtssprachen. Nach der Wirtschaftskraft liegt Euro-Land mit den USA an der Weltspitze vor Japan.

EUROPÄISCHE ZENTRALBANK: Die EZB hat 1999 die Geldpolitik in den zunächst elf - inzwischen mit Griechenland - zwölf Euro-Ländern übernommen. Sie hat ihren Sitz in Frankfurt am Main. Ihr erster Präsident ist der Niederländer Wim Duisenberg. Das wichtigste Gremium ist der Zentralbankrat, der unter anderem über die Leitzinsen bestimmt. Die laufenden Geschäfte führt das sechsköpfige Direktorium. Die EZB ist laut Maastricht-Vertrag von der Politik unabhängig. Ihre oberste Aufgabe ist die Sicherung der Preisstabilität.

EURO-STARTER KIT: Kurz vor der offiziellen Einführung des Euro- Bargeldes geben die Kreditinstitute kleine Beutel mit Euro-Münzen heraus. Vom 17. Dezember an werden so genannte Starter Kits im Wert von 10,23 Euro für 20 DM angeboten. Bis zum 1. Januar 2002 können die neuen Münzen allerdings nicht ausgegeben werden.

FAHRPLAN: Am 1. September beginnen die Zentralbanken der zwölf Euro-Länder mit der Ausgabe des Euro-Bargeldes an die Kreditinstitute. Vom 17. Dezember an können die Bürger mit dem Erwerb eines Euro-Starter Kits zum ersten Mal Euro-Münzen in den Händen halten. Am 1. Januar 2002 wird der Euro gesetzliches Zahlungsmittel. Es darf aber noch parallel mit D-Mark bezahlt werden. Am 28. Februar 2002 endet die "Doppelbargeldphase", und der Euro wird alleiniges Zahlungsmittel in zwölf Ländern Europas.

GEHALT: Die Währungsumstellung beeinflusst Löhne und Gehälter nicht. Die Einkommen werden genau wie Ausgaben etwa für Miete, Steuern oder Versicherungen wertgleich auf den Cent genau umgerechnet. Arbeits- und Tarifverträge dürfen wegen der Währungsunion weder gekündigt noch geändert werden. Wer wollte und wessen Arbeitgeber darauf eingerichtet war, der konnte sich sein Geld bereits seit 1999 in Euro überweisen lassen. Ab 2002 gibt es das Gehalt dann für alle in Euro.


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Teil 3-N-S


Teil 4-T-Z

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