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Das Euro-Lexikon (Teil 3)

NAME: Der Name Euro wurde im Dezember 1995 beim EU-Gipfel in Madrid festgelegt. Für "Euro" sprach, dass das Wort in allen Ländern - wenn auch unterschiedlich - ausgesprochen werden kann. Außerdem heißt keine der beteiligten Währungen Euro, so dass sich die Bürger in allen Ländern umgewöhnen müssen und sich niemand benachteiligt fühlen kann.

"OUTS" UND "INS": Diese Begriffe beschreiben die zwölf Teilnehmer der Währungsunion ("Ins") und die drei Länder der EU, die vorerst nicht teilnehmen. Diese "Outs" sind Großbritannien, Dänemark und Schweden. Offen ist, ob und wann diese drei Länder zur Währungsunion stoßen.

PREISE: Preise werden durch die Währungsunion direkt nicht beeinflusst. Im Prinzip werden auch sie wertgleich umgerechnet. Doch dabei entstehen meistens krumme Preise. Vor allem Signalpreise etwa von 2,98 DM oder 79,90 DM gehen dadurch verloren. Händler werden neue Signalpreise finden und glätten müssen. Dies birgt die Gefahr von Preiserhöhungen. Andererseits erhöht der Euro die Vergleichbarkeit der Preise in Europa und verschärft damit den Wettbewerb. Insgesamt dürfte sich eine neue Mischkalkulation ergeben, bei der einige Artikel teurer, andere billiger werden.

QUOTENAKTIEN: Aktiengesellschaften müssen ihr Grundkapital in Euro umrechnen. Für Aktien mit einem Nennwert von fünf oder 50 DM würde die Umrechnung krumme Nennwerte ergeben. Um komplizierte Operationen zu vermeiden, stellen viele Unternehmen auf Quotenaktien um. Statt auf einen runden Nennwert lauten sie auf einen Anteil (Quote) des Grundkapitals. Für die Aktionäre ändert sich dadurch nichts.

RENTE: Für Rentner und künftige Ruheständler hat sich seit Beginn der Währungsunion zunächst nichts geändert. Bis Ende 2001 werden Renten in D-Mark überwiesen und Beiträge in D-Mark berechnet. Vom 1. Juli 1999 an haben die Rentenversicherungsträger auf allen Bescheiden und Auskünften zur Gewöhnung zusätzlich Euro-Beträge genannt. Für Renter, die ihr Konto bereits in Euro führen, übernimmt die Bank die Umrechnung. Von 2002 an werden dann alle Beiträge und Zahlungen in Euro abgerechnet. Am Wert der Rentenansprüche ändert sich nichts.

RUNDUNGSREGELN: Bei der Umrechnung in Euro werden der exakte Kurs und die Regeln für die Rundung festgelegt. Dies ist bei großen Beträgen wichtig. Bei der Umrechnung muss immer mit sechs Ziffern gearbeitet werden. Für Deutschland bedeutet dies bei einem Euro-Kurs von 1,95583 DM eine Stelle vor und fünf Stellen hinter dem Komma. Dieser Faktor darf nicht gerundet werden. Erst das Ergebnis darf nach den kaufmännischen Regeln gerundet werden: Die zweite Stelle hinter dem Komma wird abgerundet, wenn die dritte Stelle eins bis vier ist. Sie wird aufgerundet, wenn die dritte Ziffer fünf bis neun ist.

SCHLAFMÜNZEN: Tonnen von Kleingeld schlummern in deutschen Haushalten unter Kopfkissen, in Sparschweinen und Safes. Die Deutsche Bundesbank hat mit einer bislang wenig erfolgreichen Aktion dafür geworben, diese so genannten Schlafmünzen schon jetzt bei den Banken und Sparkassen einzuzahlen, und auf dem Girokonto gutschreiben zu lassen. Mit der Rückgabeaktion sollen lange Warteschlangen Anfang kommenden Jahres vermieden werden.

SICHERHEIT: Über Deutschlands Straßen werden 2,5 Milliarden Banknoten und 71 500 Tonnen Münzen rollen. Transportunternehmen rechnen mit Überfällen. Um eine zu große Ballung zu vermeiden, werden die Geldlieferungen an die Banken und Geschäfte zeitlich entzerrt. Wer früh bestellt - seit dem 1. September wird ausgeliefert - bekommt einen Bonus. Das Geld wird zunächst an die Kreditinstitute und dann auf Anforderung an die Händler ausgeliefert. Das Bundesinnenministerium rechnet mit vermehrten Geldwäsche-Versuchen. Um Fälschern die Arbeit zu erschweren, wurden die Sicherheitsmerkmale des neuen Geldes erst am 1. September mitgeteilt.

STABILITÄT: Entscheidend für die Stabilität des Euro ist die Kaufkraft für die Verbraucher innerhalb der Währungsunion. Solange der Preisauftrieb im Zaum gehalten werden kann, ist der «Binnenwert» der neuen Währung nicht in Gefahr, die 300 Millionen Einwohner des Euro-Landes müssen keine Entwertung ihrer Geldvermögen fürchten. Unerheblich ist ein fallender Euro-Kurs. Wenn beispielsweise der Euro von 0,90 auf 0,85 Dollar sackt, hat dies nur Auswirkungen auf den "Außenwert" des Euro. Der "Tauschkurs" des Euro zur D-Mark ist mit 1,95583 DM seit Anfang 1999 unwiderruflich festgeschrieben und wird von Entwicklungen am Devisenmarkt nicht berührt. Nur wenn der "Außenwert" des Euro dauerhaft auf ein sehr niedriges Niveau fällt, könnte es über deutlich höhere Preise für eingeführte Waren zu einer importierten Inflation kommen.

STEUERERKLÄRUNG: In Deutschland müssen die meisten Steuererklärungen - auch für die Einkommensteuer - bis für das Jahr 2001 in DM abgegeben werden. Andere Euro-Länder wollen schon für 1999 Steuererklärungen in Euro ermöglichen. Dies ist vor allem für Unternehmen von Bedeutung, die ihr Rechnungswesen auf Euro umstellen.


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