Informations-Offensive im Web
Internetportale setzen auf Nachrichten

Die Betreiber von Webseiten haben die steigende Lust der Internetsurfer auf Nachrichten entdeckt. Neue Allianzen, etwa zwischen Springer und dem Otto-Versand, werden geschlossen, um mit mehr Inhalt schwarze Zahlen zu erreichen.

dpa HAMBURG. Die Betreiber von Webseiten haben die steigende Lust der Internetsurfer auf Nachrichten entdeckt. Neue Allianzen werden geschlossen. Besonders aktiv war in letzter Zeit der Axel Springer Verlag. Auch Unternehmen, die nicht im klassischen Mediengeschäft tätig sind, suchen sich jetzt passende Partner. Jüngstes Beispiel ist der größte deutsche Internetprovider T-Online , der eine Kooperationen mit dem ZDF und Bild-Online von Springer startet. Erst diese Woche online gegangen ist das Frauenportal Sheego.com, ein Gemeinschaftsprojekt des Otto Versands und des Axel Springer Verlags.

Bei dem gemeinsamen Nachrichten- und Entertainmentportal "Bild.T Online.de" - wird Springer 63 % und die Telekom-Tochter T-Online International AG 37 % der Geschäftsanteile halten. Dies kündigten Springer-Zeitungsvorstand Mathias Döpfner und Telekom-Chef Ron Sommer an. Das neue Angebot stehe nicht in Konkurrenz mit der Kooperation von T-Online mit dem ZDF, sagte Sommer. Die "heute"-Redaktion des ZDF wird künftig Nachrichten liefern.

Die Ausweitung der Online-Angebote öffentlich-rechtlicher Rundfunkanstalten verstößt allerdings nach Ansicht des Bundesverbandes Deutscher Zeitungsverleger (BDZV) gegen geltendes Recht. So stößt das Vorhaben des Westdeutschen Rundfunks (WDR), ein Internetportal für Nordrhein-Westfalen einzurichten auf große Kritik. Das ZDF beendet die bisherige Online-Partnerschaft mit Microsoft und dem Fernsehsender NBC (MSNBC) zum August dieses Jahres. Grund für den Ausstieg aus der Kooperation waren Vorschriften des neuen Rundfunkstaatsvertrags.

Voll Zuversicht blicken der Otto-Versand und der Axel Springer Verlag auf das gemeinsame Projekt Sheego.com. Das Frauenportal richtet sich an Nutzerinnen zwischen 20 und 39 Jahren. Die Webseite verknüpft redaktionelle Inhalte mit den Möglichkeiten des Online- Einkaufs. Auch die strategische Allianz von Yahoo und Europas größtem Softwarehaus SAP soll Medieninhalte auf die virtuellen Marktplätze heben. Mit der Kooperation von Otto und Springer würden "beide Partner ihre Kernkompetenzen" einbringen, sagt Carola Schmidt vom Axel Springer Verlag. Redaktionelle Inhalte seien das große Kapital des Hamburger Verlagshauses. Das Know how zu Handel und Logistik bringe der Otto Versand ein. Eine unzulässige Vermischung von Redaktion und Handel sieht Schmidt nicht: Die Bereiche seien klar voneinander getrennt. Für den Hamburger Otto-Versand ist Sheego.com ein weiterer strategischer Schritt beim Aufbau des elektronischen Handels. "In der heutigen Zeit will man nicht nur kaufen", sagte Christina Zigfeld, Sprecherin des Hamburger Otto-Versands. Der Kunde wolle nicht nur den Kochtopf erwerben, sondern auch direkt die passenden Pflegetipps erhalten.

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