Informationsaustausch zwischen Schiffen wird verbessert
Datensystem lotst Kapitäne

Das AIS-System soll künftig dafür sorgen, dass Schiffe sich nicht in die Quere kommen. Schiffslenker verschicken Daten über ihre Position und Geschwindigkeit sowie ihren Kurs per Funk an andere Boote. Parallel werden ihre elektronischen Seekarten per E-Mail aktualisiert.

HB DÜSSELDORF. Ein neues Informationssystem sorgt für mehr Sicherheit im Schiffsverkehr. Seit Anfang dieses Monats müssen alle für die Berufsschifffahrt neu gebauten Boote mit der AIS-Technik (Universal Shipborne Automatic Identification System) ausgerüstet werden. Diese sammelt die Positionsdaten der Schiffe und gibt sie automatisch an andere Schiffe weiter. Die Kommunikation verlaufe damit schneller, unkomplizierter und genauer als bei Radar und Funkspruch, mit denen Tanker oder Frachter bisher arbeiten, erläutert Ralf-Dieter Preuß, Leiter des Geschäftsbereichs Navigationssysteme beim Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) in Hamburg. Ab 2008 müssen laut BSH auch alle älteren Schiffe über der Bruttoraumzahl 300 mit AIS ausgestattet sein.

Bei dem System werden Daten wie die eigene Position, der Kurs und die Geschwindigkeit eingegeben und automatisch weitergeleitet. Damit könne jedes Schiff genau verfolgen, welches Manöver andere Besatzungen gerade einleiten, erläutert Preuß. Sportboote müssen zwar nicht mit AIS ausgerüstet werden. Laut BSH werde für die Sportschifffahrt jedoch eine günstigere Geräte-Klasse entwickelt. Denn Preuß geht davon aus, dass auch bei Freizeitseefahrern die Nachfrage nach AIS steigen wird.

Abgespekte Lösung für Segler

Umfassende Sicherheit garantiert AIS allein jedoch nicht: Das System soll in erster Linie Kollisionen verhindern. Wenn sich - etwa als Folge einer Sturmflut - das Fahrwasser verschiebt oder eine neue Bohrinsel aufgebaut wird, brauchen die Schiffslenker zusätzliche Informationen. Die erhalten sie bislang zum Beispiel per CD-ROM und können dann ihre elektronische Seekarte Ecdis (Electronic Chart Display and Information System) aktualisieren. Neben der mangelnden Aktualität leidet das System auch darunter, dass verschiedene Hersteller nicht kompatible Programme anbieten.

Nach den jüngsten Tankerunglücken fordern nationale und internationale Behörden jedoch zunehmend kompatible und offene Standards. Bei dem gemeinsam mit AIS vorangetriebenen Projekt "Ecdis Update on demand" entschieden sich die Entwickler für die E-Mail als Protokollstandard. Über Funk, Internet, Satellit, Telefon, UMTS, GPRS könnten die Seekarten bei Bedarf schnell aktualisiert werden - und das weltweit. Bei der Hardware genügt zudem ein Laptop, ein Handy und eine Seekarten-Software.

Ein erfolgreicher Test bei der Aktualisierung elektronischer Seekarten gelang jüngst dem Fachbereich Seefahrt an der FH Wismar. Die Forscher entwickelten mit dem auf Anwendungen für die Seefahrt spezialisierten Hamburger Software SevenCs GmbH-Haus einen Übertragungsstandard und bauten entsprechende Programme auf der Scandline-Fähre Trelleborg-Rostock ein. Der Nachrichtentransfer per E-Mail zwischen Fähre und dem Datenanbieter ChartWorld GmbH war erfolgreich - er könnte bei der Schifffahrt bald zum Alltag gehören.

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