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Informationsbranche fordert mehr Sicherheitsbewusstsein

Die Informations- und Telekommunikationsindustrie fordert von Wirtschaft und Staat ein größeres Sicherheitsbewusstsein als bisher. Milliardenschäden durch das Computervirus "I Love You" hätten im vergangenen Jahr die Dimension des Problems deutlich gemacht, sagte der Vizepräsident des Bundesverbandes Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien (BITKOM), Willi Berchtold, am Freitag vor dem weltgrößten Treffen der Branche, der CebIT in Hannover.

ddp/vwd HANNOVER. Sicherheitstechnologien sind auch ein Schwerpunkt der Messe, die am Mittwoch durch Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) eröffnet wird. Bis zum 28. März präsentieren sich rund 8.100 Aussteller. Erwartet werden mehr als 750 000 Besucher.

Trotz der Rekordzahlen bei Ausstellern und Ausstellungsfläche habe sich die internationale Krise der Branche bei der Vorbereitung der CebIT bemerkbar gemacht, sagte das zuständige Vorstandsmitglied der Deutschen Messe AG, Hubert Lange. Es habe eine erhebliche Fluktuation bei den Anmeldungen gegeben. Dies sei ein Zeichen dafür, dass "eine vielleicht übertriebene Euphorie langsam einer realistischen Betrachtung des Sektors" weiche. Vor allem im Dezember habe es deutlich mehr Absagen gegeben als zuvor, sagte Lange.

Trotzdem zeichnet eine in Hannover vorgestellte internationale Studie des European Information Technology Observatory (EITO) ein positives Bild der Branche. Die Studie gehe in diesem Jahr in Europa von einem Wachstum um elf Prozent auf 597 Mrd. Euro (Jahr 2000: 538 Mrd.) aus. Damit erreiche Europa wie die USA einen Anteil von 29 % am Weltmarkt, 11 % entfallen auf Japan. Wegen der schwachen Konjunktur in den USA und Japan nehme der Preisdruck in Europa zu, sagte Berchtold. Nach einem Wachstum des Weltmarktes von 10,4 % auf 2.012 Mrd. Euro im vergangenen Jahr geht die EITO im laufenden Jahr nur noch von einem Wachstum um 9,6 % auf 2.205 Mrd. Euro aus.

Das wichtigste Thema der kommenden Jahre ist nach Bitkom-Angaben der mobile Handel über Handys und Laptops. Ein großer Schub werde durch die UMTS-Frequenz im Jahr 2004 erwartet. Wichtig sei dafür aber auch eine Erhöhung des Sicherheitsstandards, sagte Berchtold. Hierfür gebe es konkrete Pläne mit dem Bundeswirtschafts- und Bundesinnenministerium. Auch die Gesetze müssten angepasst werden und Verträge mit digital verschlüsselten Unterschriften einbeziehen.

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