"Informationsgesellschaft brauche den Neuen Markt"
D21-Initiative wertet Kursverluste nicht als Ende des Internet-Booms

Reuters BERLIN. Der Vorsitzende der D21-Initiative von Wirtschaft und Bundesregierung, Erwin Staudt, wertet die hohen Kursverluste des Neuen Marktes in diesem Jahr nicht als Indiz für ein Ende des Internet-Booms. "Für die Informationsgesellschaft in Deutschland brauchen wir den Neuen Markt", erklärte der IBM-Deutschland-Chef in einer Mitteilung der Initiative am Donnerstag in Berlin. Die jungen Internet-Firmen verfügten über neue Produkte und Kunden. D21 sei zuversichtlich, "dass die Dot.coms ihren Platz in der New Economy in Deutschland behaupten werden". In der 1999 von Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) angestoßenen Initiative haben sich führende Computer- und Softwarefirmen vereint, um die Wandlung Deutschlands von der Industrie- in eine Informationsgesellschaft zu beschleunigen.

Wunsch nach einheitlicher Besteuerung von Druck und Internet

Die Entwicklung der Informationstechnologien (IT) brauche die Unterstützung der Bundesregierung, unterstrich Staudt. An Bundesfinanzminister Hans Eichel (SPD) richtete er den Wunsch nach einer einheitlichen umsatzsteuerlichen Behandlung von gedruckten und digitalen Medien. Damit würden CDs und CD-Roms nur noch mit dem halben Mehrwertsteuersatz belastet. Der Abbau steuerlicher und bürokratischer Hemmnisse müsse weiter vorangetrieben werden.

Die im September von D21 beschworene Gefahr einer "digitalen Spaltung" in Internet-Nutzer und Computer-Muffel sei noch nicht gebannt, erklärte Staudt. Nach der damals vorgestellten Studie wird es im Jahr 2003 noch 21 Mill. Menschen in Deutschland ohne Internet-Zugang geben. "Jetzt können wir noch umsteuern", sagte Staudt. "Deswegen brauchen wir einen Internet-Masterplan für Deutschland und mehr Zusammenarbeit von Bund, Ländern und allen IT-Projekten."

Gute Computerausstattung der Schulen durch Förderprogramme

Bei der Computer-Ausstattung der Schulen habe sich im zu Ende gehenden Jahr viel getan. In mehreren Bundesländern gebe es entsprechende Förderprogramme. Die D21-Initiative habe 1 700 Mitarbeiter seiner Mitgliedsfirmen in ein "Botschafter-Programm" aufgenommen, damit diese bei den jungen Menschen für die neuen IT-Berufe werben. 600 Schulen hätten bereits ihr Interesse bekundet, 300 Veranstaltungen habe D21 bislang abgehalten. Führend in der Computerausstattung von ostdeutschen Schulen sei Thüringen, wo sich im Schnitt 26 Schüler einen PC teilten.

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