Informationstechnik und Telekommunikation
Bit-Branche: Warten auf den Aufschwung

Cebit zwischen Krise und Hoffnung auf einen neuen Aufschwung. Die Branche klopft mit bangem Blick ans Konjunkturbarometer. Wie geht es weiter nach dem weltweiten Einbruch im vergangenen Jahr? Über viele Jahre hinweg wurden Informationstechnik und Telekommunikation von zweistelligen Wachstumsraten verwöhnt. Jetzt kehrt auch hier Normalität ein.

WiWo/HANNOVER. Im vergangenen Jahr sank die weltweite Steigerungsrate von 12,9 auf 4,4 Prozent. Der Einbruch war damit tiefer, als auf der Cebit des vergangenen Jahres vermutet worden war. Nur Hewlett-Packard-Vorstandschefin Carly Fiorina hatte damals schon gewarnt: "Ich bin nicht so optimistisch, was eine von manchen erwartete Erholung in der zweiten Hälfte des Jahres angeht." Jetzt rechnet der Branchenverband BITKOM für dieses Jahr mit einer leichten Belebung von 6,6 Prozent. Die Schwelle zweistelliger Wachstumsraten soll im nächsten Jahr wieder erreicht werden.

"Der Aufschwung erfolgt nicht so plötzlich wie der Einbruch, sondern erstreckt sich über ein bis zwei Jahre", sagt BITKOM-Referent Axel Puls. Verglichen mit anderen Branchen wie Maschinenbau oder Automobilwirtschaft sei aber noch etwa zehn Jahre lang mit einem überdurchschnittlichen Wachstum zu rechnen. "Es gibt viele Bereiche, bei denen man noch am Anfang steht. Das E-Business gehört mit Sicherheit dazu."

Dienstleistungen dominieren

So wie in der Gesamtwirtschaft der Anteil der Produktion an der Gesamtleistung zurückgegangen ist, entwickelt sich auch die Informationstechnik zu einer Dienstleistungsbranche. "Hierbei sind vor allem Beratungs- und Implementierungsleistungen gefragt", erklärt der Vizepräsident des Fachverbands BITKOM, Heinz Bäurer. Die IT-Abteilungen großer Unternehmen sind so komplex geworden, dass solche Service-Investitionen wichtiger werden als die Kosten für das eigentliche Hardware- oder Software-Produkt.

Von dem Konjunktureinbruch war denn auch vor allem die Hardware betroffen - hier ging die Nachfrage in Europa im vergangenen Jahr um 2,4 Prozent zurück. In diesem Jahr wird zunächst eine leichte Erholung beim Absatz von Computer-Hardware und Geräten für die Telekommunikation erwartet; "ein vernünftiges Wachstum um sechs Prozent" erhofft Bäurer aber erst für 2003. "Dann werden aufgeschobene Investitionen getätigt und ein innovatives Angebot an UMTS-Diensten wird die Nachfrage nach neuen Geräten wecken."

Nach Absagen aus USA Ausstellerrekord verfehlt

In diesem wirtschaftlich schwierigen Umfeld hat denn auch die Cebit den zunächst wieder angepeilten Ausstellerrekord verfehlt. Diesmal tummeln sich in 27 Hallen 7962 Aussteller aus 61 Ländern, 131 weniger als im vergangenen Jahr. Allein aus den USA kamen 132 Firmen weniger, worin auch noch eine Folge der Terroranschläge vom 11. September gesehen wird. Wegen des starken Andrangs von 830.000 Besuchern im vergangenen Jahr wurde die Messe auf acht Tage verlängert und dauert nun bis Mittwoch nächster Woche.

Etwas zurückgegangen ist auch die Netto-Ausstellungsfläche: Die Stände nehmen jetzt 425.268 Quadratmeter ein, was einer Fläche von rund 60 Fußballfeldern entspricht. Den größten Raum nimmt erstmals die Telekommunikations- und Netztechnik ein mit einem Anteil von 33 Prozent. An zweiter Stelle folgt die Informationstechnik (Computer, Bauteile und Zubehör) mit 29 Prozent vor Software und Internet-Lösungen mit 27 Prozent.

Spitzenreiter ist Nordrhein-Westfalen

Von den 4919 Ausstellern aus dem Inland - das sind 115 weniger als letztes Jahr - stellt Nordrhein-Westfalen das größte Kontingent mit 1108 Ausstellern, gefolgt von Bayern (927), Baden-Württemberg (672) und Hessen (658). Von den östlichen Bundesländern schickt die High-Tech-Region Sachsen (131) die meisten Aussteller, aus Berlin kommen 252 Firmen.

Die Rangliste der internationalen Aussteller wird erneut von Taiwan (594) angeführt, vor den USA (345), Großbritannien (281), Südkorea (162) und den Niederlanden (114). Die Beteiligung chinesischer Firmen fällt mit 72 drei Mal so groß aus wie im vergangenen Jahr. Aus der Schweiz kommen 95 und aus Österreich 65 Aussteller.

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