Informationstechnik und Telekommunikation mit Rekordwachstum
Bitkom-Chef: Mehr Ausbildung im eigenen Land

Die Umsätze in der Informationstechnik und Telekommunikation (ITK) in Deutschland verzeichnen im laufenden Jahr ein Rekordwachstum. Der gesamte ITK-Markt, zu dem Informationstechnik, Telekommunikation, Hardware, Software und Services gerechnet werden, wird um 10,4 % auf 238 Mrd. DM zulegen.

ddp MÜNCHEN. Mit dieser Ankündigung korrigierte der Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien (Bitkom) am Freitag in München seine auf der CeBIT im Februar gestellte Prognose nach oben. Zur führenden Branchenmesse hatte Bitkom-Präsident Volker Jung den Zuwachs auf etwa 9,4 % veranschlagt. Für das kommende Jahr erwartet Bitkomein Plus von 10,3 % (262 Mrd. DM). Bereits 2003 soll die 300-Mrd.-DM-Marke beim Umsatz "klar überschritten werden".



Neuer Schub von den Telekommunikationsdiensten

Auf der Herbstpressekonferenz von Europas größtem Branchenverband sagte Jung, der stärkste Schub gehe von der Mobilkommunikation und den neuen Telekommunikationsdiensten aus. Dort belaufe sich die Steigerung auf 25 %. Der Umsatzanstieg bei Handys springe im Vorjahrsvergleich sogar um 40 % nach oben. Bis Jahresende sei bundesweit mit rund 48 Mill. Mobilfunkteilnehmern zu rechnen. Das laufende Jahr markiere einen "Paradigmenwechsel". Erstmals würden mit neuen Kommunikationsdiensten höhere Umsätze erzielt als mit der Festnetztelefonie. Im Jahr 2001 ist laut Bitkombereits damit zu rechnen, dass etwa 60 % der Telekommunikationsumsätze mit neuen Diensten erzielt werden.

Die Zahl der Beschäftigten im ITK-Bereich steigt in diesem Jahr in Deutschland um 33 000 oder 4 % auf 794 000. Der Bitkom-Präsident erwartet auch in den kommenden Jahren jährlich etwa 30 000 neue Stellen. Damit erweise sich die ITK-Branche weiterhin als Beschäftigungsmotor Nummer Eins in der Bundesrepublik. Weltweit sei mit einem jährlichen Zuwachs von rund 600 000 Stellen zu rechnen.



Jung sieht Entwicklung mit "großer Sorge"

In der Green Card für IT-Spezialisten aus Ländern außerhalb der EU sieht Bitkom einen "Testfall für die Attraktivität Deutschlands als Lebens- und Arbeitsort". Wenn dieser Test nicht bestanden werde, laufe Deutschland Gefahr, von der weltweiten Wissensgesellschaft abgeschnitten zu werden. Jung betonte: "Wir sehen die jüngsten rechtsradikalen Ausbrüche mit großer Sorge."

Die bislang vergebenen 2 000 Green Cards deckten ein Drittel eines ganzen Informatikerjahrgangs ab. Jede Woche würden bis zu 200 weitere Arbeits- und Aufenthaltsgenehmigungen erteilt. Zwei Drittel der Fachkräfte seien in Unternehmen mit unter 100 Mitarbeitern beschäftigt. Damit erweise sich die Initiative insbesondere als Hilfe für den Mittelstand. Für die Zukunft wünscht sich Bitkom den Wegfall der Beschränkung der Genehmigung auf fünf Jahre. Ohnehin rechne keiner damit, dass nach dieser Frist hochqualifizierte Mitarbeiter aufgefordert werden, das Land wieder zu verlassen. Der Dachverband sprach sich darüber hinaus für eine "aktive Einwanderungspolitik" aus.



Bitkom-Chef für verstärkte Ausbildung im eigenen Land

Der Präsident räumte ein, die Green Card berge das Risiko, dass sie die "Diskussion der dringend notwendigen und tiefgreifenden Strukturreform unseres Bildungswesen" überdeckt. Um den Bedarf an IT-Fachkräften mittel- und langfristig sichern zu können, müssten verstärkt Nachwuchskräfte im eigenen Land ausgebildet werden. Die Schulen müssten dazu endlich flächendeckend mit neuen Medien ausgestattet und auch die Lehrer mit den neuen technologischen Möglichkeiten vertraut gemacht werden. Zinsersparnisse aus den UMTS-Erlösen sollten verstärkt für die Modernisierung des Bildungssystems genutzt werden.

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