Informationsverhalten ändert sich
Schatzsuche im neuen Web

Die Medienwelt der Zukunft könnte unsere Gesellschaft nachhaltig verändern. Wo die Chancen, aber auch die Risiken liegen, beleuchtet die neue Handelsblatt-Serie. Der erste Teil geht der Frage nach, ob die vernetzte Welt eher Müllberg oder Goldgrube ist.

FRANKFURT. Sie gilt als das Paradebeispiel der neuen Medienwelt, der neuen Art, miteinander zu kommunizieren: die Internetplattform Second Life. Doch die negativen Schlagzeilen um die vom Softwarefan Philip Rosendale gegründete virtuelle Welt häufen sich. Das FBI interessiert sich dafür wegen angeblich illegaler Glücksspiele, die deutschen Ermittler sind aktiv wegen des Verdachts der Kinderpornografie. Viele Unternehmen, die eine "Dependance" in Second Life eröffnet haben, sind von der geringen Besucherfrequenz enttäuscht. Auch die Umsätze sind mit etwa elf Millionen Dollar im vergangenen Jahr eher bescheiden.

Scheitert die schöne neue Internetwelt, bevor sie so richtig loslegen kann? Haben wir mit dem Modewort Web 2.0 die nächste Internetblase, die in Kürze platzen wird? Klaus Hommels kennt solche Debatten und kann sich ein Grinsen nicht verkneifen. "Klar, es gibt derzeit Übertreibungen. Die braucht man aber einfach, um eine Entwicklung voranzutreiben", sagt der ehemalige AOL-Manager der Venture-Capital-Firma Benchmark gelassen. Natürlich werde die eine oder andere Hoffnungsfirma nicht ewig leben, gebe es Geschäftsideen, die "Schrott" seien. "Aber glauben Sie mir, die Geldgeber achten stark auf nachhaltige Geschäftsmodelle, viel stärker als noch vor fünf Jahren", sagt er.

Hommels weiß, wovon er redet, hat er doch in so bekannte und erfolgreiche Internetfirmen wie den Internettelefonie-Spezialisten Skype oder die mittlerweile börsennotierte Kontaktbörse Xing (früher Open BC) investiert. Seine Spürnase für gute Geschäftsmodelle ist in der Internetbranche weithin bekannt.

Grundsätzlich, so philosophiert der smarte Manager weiter, müsse erst mal hinterfragt werden, was denn "Web 2.0" überhaupt sei? "Ich habe nämlich gar nicht gemerkt, dass wir jetzt die 2.0-Ära haben", sagt Hommels und lacht dabei. Das verwundert nicht, steht der Begriff Web 2.0 doch nicht für eine Technologie, die sich plötzlich Bahn gebrochen hat. Kreiert hat ihn der Verleger Tim O?Reilly, der im Jahr 2004 schlicht und einfach einen plakativen Titel für eine seiner jährlichen Konferenzen suchte.

Eine klare Definition lieferte er damals nicht. Bis heute sind seine Ausführungen zu dem Thema vage. Von einer neuen Medienwelt ist die Rede oder dem "Web als Plattform". Für Peter Müller von der Beratungsfirma Anxo ist Web 2.0 "die Beschreibung einer Reihe neuer interaktiver Techniken und Dienste sowie einer geänderten Wahrnehmung des Internets".

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