Infrastruktur
Gastgeber arbeiten am Feinschliff

Während sich die Teams in ihren Quartieren auf die Vorrundenspiele einstimmen, wird überall noch fieberhaft gearbeitet. Um dem Ansturm von Fans aus ganz Europa gerecht zu werden, treffen die Schweiz und Österreich unter Volldampf letzte Vorbereitungen – und greifen dabei auch auf deutsches Know-how zurück.

Der Feinschliff für die Euro 2008 steht fünf Tage vor dem Eröffnungsspiel am Samstag an: Die Schweizer Bundesbahn SBB ist für die EM-Endrunde schon gerüstet, rund um die Austragungsstadien wird allerdings noch mit Hochdruck gearbeitet. So müssen in den acht Gastgeberstädten noch 14 000 Hinweisschilder installiert werden. 800 Werbebanden werden, damit sie unversehrt bleiben, erst einen Tag vor dem jeweiligen Spiel angebracht. Erst dann sind Kameratests möglich, damit ein optimales TV-Bild gewährleistet ist.

Die zusätzlichen Bauten in Stadionnähe nehmen 80 000 Quadratmeter ein, für die Medien- und Hospitality-Bereiche mussten 34 000 Stühle und 20 000 Tische herbeigeschafft werden. 300 zusätzliche Toiletten wurden installiert, und der Rasen wird in allen Stadien vor dem Anpfiff auf 23 Millimeter Höhe gemäht.

3 400 Mitarbeiter sind als Verkaufspersonal in den 260 Kiosken eingesetzt. Apropos Mitarbeiter: Die Kundenberater der Schweizer Bahn werden in nagelneue gelbe Uniformen gesteckt.

Zum großen Bedauern von Andreas Meyer, Generalmanager der Schweizer Bahn, mussten die traditionellen Farben rot und weiß aufgegeben werden. Meyer erklärte auf einer Pressekonferenz am Montag in Basel: "Wenn Tausende Fans auf den Bahnsteigen stehen, würde niemand mehr unsere Kundenberater finden können." Die Gepäckaufbewahrung funktioniert rund um die Uhr und kostet sieben Euro für 24 Stunden.

Von der Deutschen Bahn haben die Schweizer noch die als Fußbälle stilisierten Welcome-Desks gekauft, die bei der WM vor zwei Jahren markante Anlaufstellen waren.

Während der EM werden in der Schweiz 4 000 Extrazüge rollen. Jeder Fan soll auch nach einem Spätspiel seinen Aufenthaltsort erreichen. Insgesamt sollen durch den öffentlichen Verkehr 18 000 Tonnen an Kohlendioxid weniger in die Atmosphäre entweichen, was der Emission von 3 000 Personen über das ganze Jahr entspricht.

Ein besonderes Schmankerl gibt es in den Zügen zwischen Zürich und Wien: Dort werden in den Waggons Schmink-Ecken eingerichtet, in denen sich die Fans noch "Kriegsbemalung" auftragen lassen können.

Natürlich gibt es auch Pläne gegen Aktionen von Störenfrieden, aber, so Meyer: "Wir hoffen sehr, dass wir diese Pläne nicht umsetzen müssen."

© SID

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%