Infrastruktur: Sind wir gewappnet für die Herausforderung der kommenden Jahre?
Herausforderung mobiles Internet

Stimmen die Kosten, der Service? Existieren adäquate Kostenmodelle? Und vor allem: Sind eine geeignete Netzstruktur sowie die Geräteversorgung durch die Hersteller gewährleistet? Was genau sind also die Bedürfnisse und Notwendigkeiten, von denen die Anbieter heute abhängen, um zufriedenstellenden Service liefern zu können und dem mobilen Internet den Durchbruch zu verschaffen, auf den alle Welt wartet?

Die wichtigsten Träger im mobilen Internet sind die Bereiche Unterhaltung und Kommunikation. Beides macht heute schon über 50 % des mobilen Internets aus. Das emotionale Fun-Element bei Spielen und der Bereich Kommunikation als Grundbedürfnis des Menschen werden diesen Trend in den kommenden Jahren fortsetzen.

Entscheidend für den Erfolg ist dabei, dass die Schaffung entsprechender Rahmenbedingungen zügig vorangetrieben wird. Die Marketingkampagnen für Anwendungen auf der Basis des Wireless Application Protocoll (WAP) haben vor 18 Monaten in einigen Märkten überzogene Erwartungen geweckt. Kunden ist ein mobiler Internetzugang versprochen worden, ohne dass die Technik in der Lage gewesen wäre, dies Versprechen einzulösen. In Kürze ist zumindest die notwendige Netzinfrastruktur vorhanden: GPRS ermöglicht schnellere Übertragungsgeschwindigkeiten und "Always on". Zwei wichtige Komponenten, um WAP massenmarktfähig werden zu lassen. Spiele können so interaktiv gespielt werden, alltägliche Transaktionen wie das Bestellen von Kinokarten erfolgen innerhalb von Sekunden mit wenigen Tastenklicks und es ist ein ununterbrochener E-mail Kontakt möglich wie vorher nur via PC.

Anbieter mobiler Dienste bieten bereits heute eine Vielzahl von Diensten, die das mobile Internet mit Hilfe von GPRS zu einem ganz neuen Erlebnis werden lässt. Was nun noch fehlt, sind technisch ausgereifte Endgeräte in ausreichender Anzahl. Also GPRS fähige Geräte, die über größere, farbige und gestochen scharfe Displays verfügen. Es gibt bereits ersten Dienste, die es ermöglichten die eigenen Fotos über WAP und das Web anzusehen. Für den ultimativen Spaß sind jetzt jedoch die Hersteller gefordert, zügig entsprechende Handys auf den Markt zu bringen.

Auch die Kostenabrechnung ist heute noch nicht ideal. Die Trendwende weg vom Gratis WAP hat zwar begonnen, aber bis sich ein sinnvolles, für die Nutzer optimales Gebührenmodell endgültig durchgesetzt hat, wird noch einige Zeit vergehen. Der erste Schritt dorthin ist sicherlich die neue Abrechnungsmöglichkeit der Dienste über die Telefonrechnung der Handybesitzer. Sie ermöglicht es den Anbietern erstmalig, dem Nutzer qualifiziertere Dienste mit einem größeren Mehrwert als bisher anzubieten, für die der Nutzer auch bereit ist zu zahlen. Dies gilt z.B. für Services wie Börsenkurse, die er in Zukunft in Echtzeit abfragen kann. Die Entwicklungen im Content-Bereich werden also insgesamt durch die Einführung des neuen Abrechnungsmodells zugunsten der Services ausfallen.

Eine weitere Notwendigkeit ist die Vereinfachung der Tarifstruktur. Die Kosten müssen den individuellen Nutzerprofilen angepasst und leicht verständlich gemacht werden.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass das Mobile Internet bereits heute umfangreiche Services wie Handy-Chats, Location - based Services oder mobiles Entertainment bietet. Aber wir stehen erst am Beginn der WAP Entwicklung: Was wir jetzt brauchen, sind nach einer gutfunktionierenden Netzstruktur adäquate Geräte und sinnvolle Abrechnungslösungen für Dienste. Damit können neuartige, nutzenbringende und hochwertige WAP Services angeboten werden, für die die Verbraucher bereit sind, geringe Gebühren zu zahlen. Dann wird dem Siegeszug des Mobilen Internets nichts mehr im Wege stehen.

Schreiben Sie dem Autor: Alexander.Samwer@jamba-AG.de

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