ING, Generali und Zurich Financial Services als Top-Tipps
Experten ziehen in unsicheren Zeiten Finanzwerte vor

Die Kurse der Technologiewerte fahren Achterbahn. Selbst gute Zahlen wie bei Cisco und Infineon nehmen keinen Druck von den Kursen der Börsenlieblinge. Kein Wunder, dass Anleger in diesen turbulenten Börsenzeiten nach weniger stark schwankenden Alternativen suchen - und in soliden Finanzwerten finden.

DÜSSELDORF. Bei der Wahl zwischen Banken- und Versicherungstiteln tendieren viele Analysten und Fondsmanager zu den Assekuranzwerten. "Die Gesellschaften mit großem Lebensversicherungsgeschäft profitieren vom europaweiten Trend zur privaten Altersvorsorge, im Sachversicherungsgeschäft zeichnen sich wieder steigende Prämieneinnahmen ab und der Sektor ist nicht zu teuer", meint Robert Yates, Leiter des Aktienresearch der britischen Investmentbank Fox-Pitt, Kelton. Auch Adig-Fondsmanager Kai Brüning meint: "Versicherungstitel eignen sich besser als Bankenwerte als sicherer Hafen für Anlagegelder." Besonders häufig finden sich auf den Empfehlungslisten die Unternehmen Zurich Financial Services, ING und Generali.

Bankenwerte gelten als volatiler

Bankenwerte gelten dagegen als anfällig für Turbulenzen an den Kapitalmärkten, weil sie einen Großteil ihrer Gewinne mit dem Handel von Wertpapieren, mit Börsengängen und Bondemissionen, also dem Investmentbanking, verdienen. Zudem drohen bei einem konjunkturellen Rückgang den Banken Ausfälle von Krediten. Angesichts der Turbulenzen an den Börsen rät auch Adrian Pilz, Bankanalyst bei Merrill Lynch in London, zur Zurückhaltung: "Im Frühjahr sollten wir eine Erholung der Märkte sehen, daher ist es jetzt noch zu früh, um bei Bankentitel einzusteigen."

Pilz bevorzugt unter den Banken die großen Vermögensverwalter wie die Schweizer UBS. Aber im Verwalten von Kundengeldern sind auch die Versicherer ganz groß. Der niederländische ING-Konzern ist mittlerweile der elftgrößte Vermögensverwalter der Welt.

Hinzu kommt das nach wie vor dynamische Geschäft mit Lebensversicherungen, was für den Sektor spricht, argumentiert Robert Yates von Fox-Pitt, Kelton. Und vom Mega-Trend private Altersvorsorge werden vor allem die Versicherungen profitieren. "Die Banken und Investmentfonds gehen bei diesem Projekt eher leer aus, da sie zwar gut im Asset Management und in der Verwaltung von flexiblen Zahlungsströmen sind, aber nicht bei der Einschätzung von Langlebigkeit", argumentiert Carsten Zielke, Analyst bei der WestLB-Panmure.

Kombiprodukte mit Perspektiven

Auch Adig-Fondsmanager Kai Brüning sieht in dem Zukunftsmarkt die Versicherer vorn: "Kombiprodukten aus Versicherungsbausteinen und Fonds sind der Markt der Zukunft". Solche Produkte habe zum Beispiel die Zürich Invest entwickelt, die deutsche Fondstochter von Zurich Financial Services. Bei fondsgebundenen Lebensversicherungen ist die Generali-Tochter AMB in Deutschland Marktführer.

Die positiven Perspektiven des Sektors haben sich bereits in den Kursverläufen niedergeschlagen: So legte der Dow Jones Europe Stoxx Insurance Index seit Jahresbeginn um knapp 16 % zu, der marktbreite Europe Stoxx gewann im selben Zeitraum dagegen nur knapp 3 %.

Trotz der guten Performance besteht nach Ansicht des Experten Yates bei den Versicherungswerten noch Luft nach oben. Er sieht einen Trend zu steigenden Prämieneinnahmen in einer Sparte, die den Versicherern zuletzt mehr Kummer als Freude bereitet hat: der Sachversicherung. "Der Boden ist bei den Prämien gefunden", meint der Experte.

Gute Aktien finden Analysten auch bei kleineren Versicherern: Carsten Zielke von WestLB-Panmure empfiehlt zum Beispiel zur Depotbeimischung die finnische Sampo. Das Unternehmen hat gerade mit der zweitgrößten Bankengruppe Finnlands, Leonia, fusioniert; daraus ergeben sich neue Absatzwege für Sampos Versicherungsprodukte. "Dazu lockt die Ausschüttung von stillen Reserven", meint Zielke. Rund 2,5 Mrd. Euro sollen in den nächsten Jahren zumindest teilweise an die Aktionäre etwa über eine Sonderdividende ausgeschüttet werden. Zum Vergleich: Die Marktkapitalisierung von Sampo beträgt derzeit nur rund 3 Mrd. Euro.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%