ING stockt Anteil an der DiBa auf
ING dementiert Interesse an Consors

Hafner, der die vor der Mehrheitsübernahme durch ING stehende DiBa führt, hatte in einem Zeitungsinterview gesagt, sein Haus sei an einer Consors-Übernahme interessiert.

Reuters FRANKFURT. "Normalerweise kommentieren wir so etwas nicht, aber im Blick auf Bernhard Hafners Äußerungen müssen wir mitteilen, wir sind nicht interessiert, Consors zu kaufen", sagte ein ING-Sprecher in Amsterdam.

Aus Unternehmenskreisen hatte es zudem geheißen, ING sei einer möglichen Übernahme von Consors durch DiBa nicht abgeneigt. Eine Consors-Sprecherin lehnte einen Kommentar zu den Aussagen Hafners indes ab. Die Consors-Aktien gaben im Verlauf nach.

Den Worten Hafners zufolge könnte die ab 2002 mehrheitlich zur ING gehörende DiBA in das Bieterverfahren um den Nürnberger Broker eingreifen. "Eine Consors wäre so verkehrt nicht", sagte er dem "Handelsblatt" (Mittwochausgabe). Es gebe allerdings noch keine direkten Gespräche. Aus den Kreisen hatte es dazu geheißen, ING stehe möglichen Gesprächen von DiBa über einen Consors-Kauf im Hinblick auf eine geplante Expansion der Direktbank-Aktivitäten des Konzerns positiv gegenüber: "ING ist Gesprächen von DiBa und Consors nicht abgeneigt." Der derzeitige Börsenwert des Brokers von rund 500 Mill. ? sei aber wegen seiner Höhe keine Grundlage für Verkaufsverhandlungen.

Analysten hatten eine Consors-Übernahme durch die DiBa als interessante Option bezeichnet. Allerdings legten Hafners Aussagen nahe, dass die DiBa nicht bereit sei, den augenblicklichen Börsenpreis von rund 500 Mill. ? für Consors zu bezahlen. Hafner hatte laut "Handelsblatt" darauf hingewiesen, dass eine Übernahme nur zu einem angemessenen Preis zu Stande kommen könne.

Weiter hatte der DiBa-Chef gesagt, es sei beispielsweise möglich, die technische Abwicklung der Brokerage-Kunden, die bei der DiBa derzeit auf eine externe Bank ausgelagert ist, mit Consors zusammenzulegen. Außerdem arbeiteten beide Banken mit der gleichen EDV-Plattform. Beim Auslandsgeschäft könnten die Aktivitäten von Consors mit den europäischen Einheiten von ING Direct, der Direktbank der DiBa-Konzernmutter ING, verschmolzen werden. Auch dabei könnten Synergien erzielt werden.

Der neue Chef der angeschlagenen Consors-Mutter Schmidt Bank, Paul Wieandt, hatte Anfang der Woche gesagt, der Online Broker solle bis März 2002 verkauft werden. "Jeder in- und ausländische Interessent, ob Bank oder Nicht-Bank, ist uns willkommen", hatte Wieandt gesagt. Als Interessenten für Consors gelten die Postbank, BNP Paribas und der französische Online-Broker Fimatex. Analysten nennen außerdem das US-Onlinehaus Charles Schwab als möglichen Käufer.

ING hatte Ende Oktober angekündigt, ihren Anteil an der DiBa Anfang 2002 auf 70 % von 49 % aufstocken zu wollen. Die Anteile würden von der Beteiligungsgesellschaft der Gewerkschaften (BGAG) erworben, die danach noch 30 % halten werde.

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