Ingenieur-Dienstleister baut auf Kapitalkraft
Bertrandt will Umsatz und Ergebnis noch halten

Der auf die Auto-Entwicklung spezialisierte Ingenieur-Dienstleister Bertrandt geht weiter davon aus, das bis Ende September laufende Geschäftsjahr mit einem Umsatz und Ergebnis auf Vorjahreshöhe abzuschließen. "Wir haben zwei Projekte bekommen, die sich im Abschluss des vierten Quartals niederschlagen werden", sagte der Vorstandsvorsitzende Dietmar Bichler auf der IAA. Bertrandt hofft dabei durch seine Börsennotierung aus der Konzentration unter den Zulieferern Kapital schlagen zu können.

HB FRANKFURT. "Wir gehen davon aus, dass Kapitalkraft für Mittelständler immer bedeutender wird", sagte Vorstandschef Dietmar Bichler am Mittwoch anlässlich der Internationalen Automobil-Ausstellung (IAA) in Frankfurt. Bertrandt könne sich vorstellen, kleinere Anbieter in sein Ingenieur-Netzwerk aufzunehmen. Ob dies auch zu Übernahmen führen könnte, ließ Bichler offen. "Schaun mer mal", sagte er. Nach einer Studie der Unternehmensberatung Ernst & Young greift die Übernahmewelle verstärkt auf mittelständische Autozulieferer über. Sie scheiterten am Konflikt zwischen der zögerlicher Kreditvergabe seitens der Banken und den wachsenden Risiko-Anforderungen der Hersteller an die Systemlieferanten, hieß es in der Studie.

"Das Outsourcing von Entwicklungsleistungen hat weiter eine Perspektive", gab Bichler sich überzeugt. Forderungen - wie die von Audi-Vorstandschef Martin Winterkorn - nach einer Rückverlagerung der Entwicklungskompetenzen zu den Herstellern hätten nichts mit einer grundsätzlichen Trendwende zu tun. "Das Pendel geht immer hin und her", sagte er. Zuletzt hat Bertrandt das Smart-Sondermodell "Crossblade" entwickelt.

Ausländische Autobauer sind allerdings bei der Vergabe von Entwicklungs-Projekten immer noch zurückhaltend. In den USA gehe das Geschäft nicht über die Überlassung einzelner Ingenieure hinaus, so Bichler. Finanzvorstand Ralph Jakoby sagte, Bertrandt befinde sich in einer Seitwärtsbewegung, das Wachstum werde in naher Zukunft eher moderat ausfallen.

Für das am 30. September endende Geschäftsjahr ist Bertrandt zunehmend skeptischer. "Es gibt noch eine Chance, unsere Ziele zu erreichen", sagte Vorstandschef Bichler. Bislang geht das Unternehmen aus Ehningen bei Stuttgart von stabilen Umsätzen und Gewinnen aus. 2001/02 hatte Bertrandt netto 2,08 Mill. ? verdient. Zwei große Projekte seien vom zweiten und dritten in das vierte Quartal verschoben worden, begründete er den in den ersten neun Monaten auf 406 000 ? von 1,71 Mill. ? eingebrochenen Nettogewinn. In welchem Umfang die Erträge noch in das laufende Geschäftsjahr einflössen, sei offen. Im vierten Quartal sollen sich aber auch die ersten Auswirkungen eines im Frühjahr eingeleiteten Sparprogramms zeigen.

Der Sportwagenhersteller Porsche ist mit gut 25 % an Bertrandt beteiligt.

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