Inhaber einer Agentur zum Präsentieren
„Albatros“ Groß wird Leipziger Olympia-Chef

Nach monatelangen Diskussionen steht nun fest, wer die deutsche Olympia-Bewerbung zum internationalen Erfolg führen soll. Ex-Schwimm-Olympiasieger "Albatros" Michael Groß wird Geschäftsführer der Bewerbungs-Gesellschaft.

HB LEIPZIG. Während die Personalie des Geschäftsführers der Leipzig 2012 GmbH, Dirk Thärichen, wegen angeblicher Stasi-Tätigkeit diskutiert wird, soll nun der dreimalige Schwimm-Olympiasieger als übergeordneter Geschäftsführer Leipzig zu internationaler Reputation verhelfen. Wie der dpa am Montag aus sicherer Quelle bestätigt wurde, wird der Hesse am 18. Oktober auf der Aufsichtsratssitzung in Düsseldorf ins Amt gehoben und damit die lange Zeit offene Stelle in der Bewerbungs-Gesellschaft besetzt.

Auf Grund der heftigen Diskussionen in der Führungsriege sah sich Leipzigs Oberbürgermeister Wolfgang Tiefensee, stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender der Leipzig 2012 GmbH, am Samstag dazu veranlasst, diese Einstellung anzukündigen. "Wir sind uns über die Position des ersten Geschäftsführers einig geworden", sagte das Stadtoberhaupt, nachdem er mit seinem Vorsitzenden Klaus Steinbach, Präsident des Nationalen Olympischen Komitees (NOK), gesprochen hatte. Den Namen wollte er jedoch nicht preisgeben.

Der 39-jährige Groß, persönliches Mitglied im NOK und Inhaber einer Agentur, soll als Chef der Gesellschaft in der Bewerbung das "Gesicht" sein, dass vornehmlich auf internationalem Parkett, aber auch im Öffentlichkeits- und Kommunikationsbereich in Deutschland, agiert. Auf die Besetzung dieser Stelle hatte sich die Gesellschafterversammlung der deutschen Olympia-Bewerbung bereits auf ihrer ersten Sitzung am 30. April diesen Jahres verständigt. Die Suche nach einer entsprechenden Person verlief aber schwierig.

Mit Groß, so ist man sich einig, wird ein international bekannter und geachteter früherer Weltklasseathlet den hohen Ansprüchen gerecht. Der fünfmalige Weltmeister, der aus Fairness-Gründen auf sein Stimmrecht bei der nationalen Wahl verzichtet hatte, war am Montag für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

Nach den Diskussionen um die angebliche Stasi-Tätigkeit von Thärichen versuchten die Leipziger Olympia-Macher am Montag, Schadensbegrenzung zu betreiben. So sagte der Olympia-Beauftragte der Stadt, Burkhard Jung, die Verpflichtung eines ersten Geschäftsführers hätte nichts mit den Anschuldigungen zu tun. Thärichen sei, ebenso wie der gleichberechtigt wirkende Geschäftsführer Mike de Vries, stets für die zweite Reihe vorgesehen gewesen.

Während de Vries sich um Sponsoren kümmert, ist Thärichen für die Planungsfragen und internen Aufgaben der Gesellschaft verantwortlich. Die Aufsichtsratssitzung am 18. Oktober wird auch darüber befinden, ob dies so bleibt. Zumindest forderte das Bundesinnenministerium am Montag noch einmal eine rückhaltlose Aufklärung. "Wir sehen mit Sorge diese neuen Anschuldigungen", so ein Sprecher des Innenministeriums.

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