Inhalte müssen den Kunden ansprechen
Horizontale versus vertikale mobile Portale

Auf der Suche nach Erlösquellen im mobilen Internet stellt sich den Service-Anbietern zunehmend die Frage, ob sie lieber Content-Portale entwickeln, die die breite Masse ansprechen (horizontale Portale). Andererseits könnte der Return of Investment auch in vertikalen Portalen liegen, die B2B-Kunden mit speziell ausgerichteten Inhalten bedienen. Beide Ansätze haben ihren Reiz, sofern sie die Nutzerinteressen in den Vordergrund stellen.

Entscheidend für zukünftige Geschäftsstrategien für Inhalte-Anbieter im mobilen Internet sind und bleiben die Bedürfnisse der Nutzer respektive die zielgruppenorientierte Ausrichtung von mobilen Inhalten. Die Interessen von jungen Handynutzern sehen sicherlich völlig anders aus als von Kunden im Business-to-Business-Bereich. Der Jugendliche möchte sich neue Logos und Klingeltöne auf das Handy herunterladen, vielleicht Witze per SMS versenden, die neuesten Flirt- und Modetipps erhalten, wissen, was im Kino läuft oder eine aktuelle CD bestellen. Portale mit breitgefächerten, auf die jugendliche Zielgruppe zugeschnittene Inhalten werden diesen Ansprüchen gerecht.

Das finnische Unternehmen Zed beispielsweise, mit Niederlassungen in Deutschland, Italien, England, der Türkei, den Niederlanden, den USA, den Philippinen und Singapur, macht sich als horizontales Portal nicht schlecht: Das Serviceangebot umfasst über 600 Unterhaltungs- und Infodienste, wie Eventguides, Traumdeutungen, Starnews, Horoskope und Stauinformationen, sowie über 1 000 Klingeltöne und Logos. Die Services werden über vier zielgruppenspezifische Prepaid-Karten angeboten. Zur Zeit sind die Dienste über SMS erhältlich. In Zukunft sollen sie auch über neue technische Standards wie GPRS und UMTS verfügbar sein. Das Portal bedient zwar die "breite Masse Jugendliche", jedoch wurden vier Channel erstellt, die auf die unterschiedlichen Interessen- und Altersgruppen ausgerichtet sind.

Inhalte dieser Art würden bei einer älteren Zielgruppe oder Geschäftskunden womöglich ins Leere laufen. Deshalb kommt hier den sogenannten vertikalen Portalen eine Schlüsselrolle zu: Unternehmen und ihre Außendienstmitarbeiter beispielsweise, die über aktuelle Produktpreise auf dem Laufenden bleiben wollen, die Telefonnummer eines Kunden bzw. Kollegen benötigen, auf die firmeninterne Datenbank zugreifen müssen, oder die ortsbezogene Informationen über Hotels und Autovermietungen brauchen, sind die vielversprechende Klientel von Serviceanbietern branchenspezifischer vertikaler Portale. Hier könnten sich für die Branche attraktive Geschäftsmöglichkeiten entwickeln.

Bei den unterschiedlichen Konzepten muss jedoch der Kunde und dessen Bedürfnisse im Vordergrund stehen, sonst wird jedes noch so ausgefeilte Geschäftsmodell zum Rohrkrepierer.

Schreiben Sie der Autorin: u.latzke@vhb.de

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