Initiative soll auf Atomobilhersteller zurückgehen
Salzgitter plant Übernahme von Eko Stahl

Der Stahl- und Röhrenkonzern Salzgitter AG bemüht sich nach Angaben aus Branchenkreisen um die Übernahme der ostdeutschen Eko Stahl GmbH sowie der Dillinger Hütte im Saarland. Daran bestehe schon seit längerem größeres Interesse bei Salzgitter, hieß es am Dienstag in den Kreisen.

DEUTSCHLAND/FIRMEN/SALZGITTER/EKO Reuters DÜSSELDORF. Die "Süddeutsche Zeitung" hatte in ihrer Dienstagsausgabe berichtet, Salzgitter plane, unter dem Arbeitstitel "German Steel" einen neuen Stahlriesen neben der Duisburger ThyssenKrupp Steel zu schaffen. Salzgitter selbst wollte den Zeitungsbericht zunächst nicht kommentieren und sich auch nicht zum Thema Expansion äußern.

Die Zukunft von Eko Stahl und Dillinger Hütte ist ungewiss, seit deren französische Muttergesellschaft Usinor angekündigt hat, mit den Konkurrenten Arbed in Luxemburg und Aceralia in Spanien zum weltgrößten Stahlkonzern zu fusionieren. In der Branche gilt es als sicher, dass der unter dem Arbeitsnamen "NewCo" auftretende Stahlriese seine Fusion von der Brüsseler EU-Kommission nur unter Auflagen genehmigt bekommen wird. Zu diesen Auflagen könnte beispielsweise die Trennung von Eko gehören, weil das Unternehmen sonst bei oberflächenveredeltem Stahl eine aus Sicht der Kommission möglicherweise nicht tolerierbare Marktmacht für dieses Produkt bekäme.

Bei Eko Stahl in Eisenhüttenstadt wollte sich niemand zu einem möglichen Eigentümerwechsel äußern. Man wolle erst einmal auf die Beschlüsse der Kommission warten, sagte ein Unternehmenssprecher. Die Wettbewerbshüter hatten im Juli angekündigt, das Fusionsvorhaben von Usinor, Arbed und Aceralia vier Monate lang intensiv zu prüfen. Damals hieß es, man habe ernsthafte Wettbewerbsbedenken wegen der starken Position der drei Unternehmen in einer Reihe von Stahlmärkten. Bei oberflächenveredelten Blechen überschreitet "NewCo" nach Einschätzung der Branche einen Marktanteil von 40 %, was von der Kommission in der Regel als kritische Grenze angesehen wird.

Salzgitter-Vorstandschef Wolfgang Leese hatte im Frühjahr erklärt, er sei am Zukauf von Stahlkapazitäten interessiert. Durch die Fusion zu "NewCo" komme der Markt in Bewegung. Es gebe positive Signale.

An der Börse legte der Kurs der Salzgitter-Aktie bei insgesamt schwächerem Markt bis zum Mittag um 0,6 % auf 8,15 Euro zu. Ähnlich entwickelte sich auch die Aktie des Konkurrenten ThyssenKrupp.

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