Initiativen der Deutschen Börse gelobt
Müller warnt vor Überregulierung des Neuen Marktes

Bundeswirtschaftsminister Werner Müller hat vor einer Überregulierung des Neuen Marktes gewarnt. Es könne "nicht Sinn von Regelungen sein, dem Anleger das Risiko zu nehmen", sagte der Minister am Dienstag in Berlin bei der Vorstellung einer Studie zur Entwicklung der Arbeitsplätze im Neuen Markt.

ap BERLIN. Der Unternehmensberater Roland Berger sagte in der Untersuchung ein rund zehnprozentiges Wachstum der Beschäftigtenzahl bis Ende 2002 nach einem leichten Abschwung zum Ende dieses Jahres voraus. Müller setzte sich zugleich für die weitere Bereitstellung von Risikokapital für die Branche ein. Nur so könne die Volkswirtschaft den tief greifenden technologischen Wandel bewältigen, meinte er.

Die Kontrollmaßnahmen der Deutschen Börse AG seien "wichtige Signale und Schritte in die richtige Richtung", sagte Müller. Berger kritisierte, dass die Deutsche Börse AG "viel zu wenig getan" habe und die Aktivitäten zu spät gekommen seien.

Die Studie bescheinigt dem Neuen Markt, dass trotz des dramatischen Kurseinbruchs die Arbeitsplatzentwicklung kontinuierlich nach oben gegangen sei: von rund 100 000 Beschäftigten Mitte 2000 auf 174 022 ein Jahr später. Inzwischen liege sie bei 186 200. Damit sei die Prognose sogar noch übertroffen worden. Bis Ende dieses Jahres werde die Zahl allerdings auf rund 181 000 zurückgehen, sagte Berger. Für Ende 2002 sagte er in etwa 200 000 voraus.

Ergebnis der Studie "Der Beitrag der am neuen Markt gelisteten Unternehmen für die Beschäftigung in Deutschland" war Berger zufolge auch, dass jene Firmen, die einen beträchtlichen Teil ihrer Mittel in Forschung und Entwicklung stecken, die Krise mit im Schnitt lediglich 25 % Werteinbuße besser meisterten als jene, die sich überwiegend mit konventionellen Tätigkeiten befassten und 75 % oder mehr Werteinbuße hinnehmen mussten.

Im Gegensatz zur landläufigen Meinung hätten auch Unternehmen, die andere im Verlauf des Börseneinbruchs aufkauften, die Arbeitsplätze in der Regel behalten, sagte Berger. Insgesamt sei die Betriebsgröße während der Krise gewachsen, und zwar von durchschnittlich 374 Mitarbeitern im März 2000 auf 550 im März 2001.

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