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Studie: Handel nur auf jedem zweiten Internet-Marktplatz

vwd HAMBURG. Business-to-Business-Marktplätze (B2B) werden den aktuellen Markterfordernissen meistens nicht gerecht. Nur auf jedem zweiten Internet-Marktplatz wird wirklich elektronisch gehandelt, lautet das Ergebnis einer Studie der Mummert + Partner Unternehmensberatung AG, Hamburg. So sei fraglich, ob das für 2001 europaweit prognostizierte B2B-Umsatzpotenzial von 159 Mrd $ realisiert werden könne. Deutschland solle den Marktanalysen zufolge mit rund 20 Mrd $ Umsatz im Jahr 2003 Spitzenreiter in Europa sein. Die Realität auf vielen Marktplätzen läßt jedoch nach Angaben von Vorstand Wilhelm Alms noch zu viele Kundenwünsche offen.

Ein Großteil der Marktplätze unterstütze die Kunden nur unzureichend auf ihrem Weg zum Geschäftsabschluss. In Zusammenarbeit mit Prof. Bernd Skiera vom ersten deutschen Lehrstuhl für E-Commerce an der Frankfurter Universität wurden 20 globale B2B-Marktplätze der Sektoren Industrie, Landwirtschaft, Gesundheit und Finanzen untersucht. Die Verfasser der Studie kamen dabei zu dem Ergebnis, dass nur 15 % der Marktplätze dem Nutzer in allen wichtigen Geschäftsphasen wirklich zufrieden stellende Unterstützung anbieten. Mehr als 50 % unterstütze wesentliche Phasen der Geschäftsabwicklung überhaupt nicht.

Jeder zweite Marktplatz sei lediglich ein Treffpunkt, obwohl technisch mehr möglich wäre. So bleiben laut Alms Vereinbarung und Abwicklung von Transaktionen oft der Kreativität der Partner überlassen. Und wer im Internet zu einem Handelsabschluss kommen wolle, müsse am Ende doch häufig auf das Telefon, die Post oder das Fax zurückgreifen. Unabhängig davon koste die Nutzung nahezu aller Marktplätze Geld. Obwohl drei von vier Finanzdienstleistern sich in ihren Internetauftritten schon jetzt an Firmenkunden wenden, nutzen Banken und Versicherungen die Potenziale der Marktplätze nur verhalten, so der Vorstand.

Dabei böten diese nicht nur für Angebote rund um die Zahlungsabwicklung eine gute Vermarktungsplattform. Auf Grund des zu erwartenden Imagegewinns liege für Banken die Rolle des Initiators oder Sponsors eines Marktplatzes nahe. Den Versicherern räumen die Verfasser der Studie gute Chancen ein, als Betreiber von E-Commerce-Marktplätzen aufzutreten. Die Kundennähe auf einer solchen Plattform erlaube ihnen im Schadenfall eine gezielte Einflussnahme. Sie könnten die Geschäftsprozesse auf dem Marktplatz je nach Schwerpunktsetzung (Transport, Kredit, Haftpflicht) begleiten.

Ein optimal arbeitender Marktplatz muss laut Alms den gesamten Prozess von der Informationsphase bis hin zur Lieferung begleiten. Komme es zu einem Vertragsabschluss, sollte der Marktplatz Begleitservices, wie Finanzierung und Versicherung, anbieten. Auch die gesamte Abwicklung (Logistik, Rechnungsstellung und Zahlung) müsse elektronisch durchgeführt werden.



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