Inlandsgeschäft erholt sich
Verspäteter Autofrühling

Die deutsche Automobilindustrie hat einen späten Autofrühling erlebt. Nach mehreren Rückschlägen in diesem Jahr übertraf im Mai 2003 der Auftragseingang im Inland den Vorjahresmonat um 6 Prozent. Auch die Neuzulassungen in Deutschland lagen nach ersten Schätzungen mit 300 000 - April: 287 350 - Personenwagen um sechs Prozent höher als im Mai 2002. Dies berichtete der Verband der Automobilindustrie (VDA) am Dienstag in Frankfurt.

HB/dpa FRANKFURT. Damit reduziert sich der Zulassungsrückgang in den ersten fünf Monaten auf knapp 1 %. Die inländischen Bestellungen fallen noch um 3 %schwächer aus als vor einem Jahr.

Mit dem Ende des Irak-Krieges und dem parallelen Rückgang der Rohölpreise habe sich die Verunsicherung der Konsumenten ein wenig gelegt, hieß es zur Begründung. Allerdings hätten sich auch Sondereffekte aus anstehenden Preiserhöhungen bemerkbar gemacht. Bei den Firmenkunden habe sich die Stimmung seit der Rücknahme der drohenden Steuererhöhung für Firmenwagen deutlich verbessert. Im Firmenwagengeschäft halten die deutschen Autobauer gegen die ausländischen Anbieter einen Marktanteil von 90 %.

Die Autohersteller hoffen nun auf eine weitere Belebung im Inland. Denn die klare Absage an weitere Belastungen sollten das Verbrauchervertrauen wieder stärken, betont der VDA. In der politischen Diskussion waren eine Erhöhung der Mineralölsteuer oder eine Kürzung der Entfernungspauschale für Arbeitnehmer.

Der Stabilitätsanker für Deutschlands wichtigsten Industriezweig ist aber nach wie vor das Auslandsgeschäft. Die dortige Nachfrage ist weiterhin robust. Der Auftragseingang blieb im Mai wie im bisherigen Jahresverlauf zwar um 3 %hinter dem Niveau von 2002 zurück. Saisonbereinigt hat es aber nach Verbandsangaben in den letzten beiden Monaten wieder Zuwachsraten gegeben.

Dies zeigt sich auch beim Export. Im Mai verkauften die Hersteller drei Prozent mehr Fahrzeuge auf den Auslandsmärkten. Damit erreichen sie für die ersten fünf Monate ein Plus von fast 6 %auf mehr als 1,5 Millionen Wagen.

Getragen durch die stabilen Exporte und die anziehende Inlandsnachfrage wurde im Mai die Produktion um 9 %auf 437 300 Fahrzeuge ausgeweitet. Damit verließen in den ersten fünf Monaten knapp 2,2 Millionen Pkw die Fertigungshallen - ein Plus von 5 %. Der Umsatz lag im 1. Quartal mit 50 Mrd. Euro rund 5 % höher. Im März beschäftigte die deutsche Automobilindustrie 769 000 Menschen. Dies waren 10 000 mehr als vor einem Jahr.

Im Nutzfahrzeuggeschäft brachte der Mai ebenfalls erste Hoffnungsschimmer. Die inländischen Bestellungen lagen bei den leichten Nutzfahrzeugen (bis 6 Tonnen Gewicht) 12 %über dem Stand vom Mai 2002. Bei den schweren Lastwagen gab es sogar ein Plus von 14 %. Aus dem Ausland kamen dagegen für leichte Transporter 16 %weniger, für schwere Lkw 14 %mehr Order. Dadurch fiel die Produktion mit 29 800 Einheiten rund 5 % höher aus.

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