Innenminister berichtet von zweitem Tatbeteiligten
Festnahme nach Anschlag von Djerba

Nach dem Anschlag auf die Synagoge in Djerba hat es nach den Worten von Bundesinnenminister Otto Schily eine Festnahme gegeben. Dies berichtete der Politiker nach seinen Gesprächen in Tunesien am Montagabend im ZDF-Heute-Journal. Nähere Einzelheiten wollte Schily im Interesse der Ermittlungen nicht nennen.

WiWo/ap FRANKFURT/MAIN. Nach Informationen des ZDF soll die Festnahme aber in Tunesien erfolgt sein. Auch in den ARD-Tagesthemen sprach der SPD-Politiker von Hinweisen auf einen zweiten Tatbeteiligten neben dem bei dem Anschlag ums Leben gekommenen Lastwagenfahrer. "Es gibt einige Hypothesen über den Ablauf und wer den Anschlag begangen hat und wer womöglich noch beteiligt war, das bezieht sich zunächst einmal auf zwei Personen die sich in Tunesien befunden haben", sagte Schily nach seiner Rückkehr aus Tunesien. Inwieweit Spuren in das Ausland führten, sei noch nicht abschließend geklärt. Es gebe neben der möglichen Verbindung nach Deutschland aber auch Spuren nach Kanada, Frankreich und Pakistan.

Schily war bei seinem zweitägigen Besuch in Tunesien von Generalbundesanwalt Kay Nehm sowie den Vizepräsidenten von Bundeskriminalamt und Verfassungsschutz, Bernhard Falk und Klaus-Dieter Fritsche, begleitet worden. Am Sonntag hatte er am Unglücksort vor der Al-Ghriba-Synagoge auf Djerba ein Blumengebinde niedergelegt.

Um die Zusammenarbeit mit den tunesischen Behörden zu verbessern, wurde laut Schily eine Arbeitsgruppe eingesetzt. In dieser Gruppe könnten beide Seiten ihre Erkenntnisse über den Anschlag vom 11. April austauschen, bei dem 16 Menschen ums Leben kamen, darunter elf Deutsche. Der Bundesinnenminister sprach von einer mittlerweile "sehr vertrauensvollen Zusammenarbeit", nachdem es anfangs ein "gewisses Zögern" gegeben habe.

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