Innenminister Schily fordert 1860 zur Neuordnung der Vereinsspitze auf: Wildmoser jr. entlastet „König der Löwen"

Innenminister Schily fordert 1860 zur Neuordnung der Vereinsspitze auf
Wildmoser jr. entlastet „König der Löwen"

Der Präsident des Bundesliga-Fußballclubs TSV 1860 München, Karl-Heinz Wildmoser, hat nach Aussage seines als Hauptverdächtiger geltenden Sohnes nichts von Provisionszahlungen beim Bau des neuen Münchner Fußballstadions gewusst. Derweil will das Bauunternehmen Alpine von Schmiergeldzahluungen nichts wissen und zeigt sich "zutiefst schockiert". Die Staatsanwaltschaft hat inzwischen begonnen, das Vermögen der Wildmosers zu beschlagnahmen.

HB MÜNCHEN/SALZBURG. Wildmoser junior hat in den Vernehmungen am Mittwoch offenbar ausgepackt. Mit dem Geld habe er Verluste einer Immobilienfirma der Wildmosers in Dresden ausgleichen wollen, sagte der Rechtsanwalt des Juniors, Ulrich Ziegert am Mittwoch. "Er hat erklärt, dass er Gelder bekommen hat und dass sein Vater davon nichts wusste." Nach Angaben Ziegerts wurde am Mittwochabend der Haftbefehl gegen seinen Mandanten eröffnet. Er werde nun in die Justizvollzugsanstalt Augburg gebracht. Der oft als "König der Löwen" titulierte Karl-Heinz Wildmoser senior hatte zuvor bereits über seinen Anwalt Steffen Ufer seine Unschuld beteuert. In den Vernehmungen hatte er jedoch keine Aussagen gemacht.

Wildmoser junior habe umfangreiche Angaben gemacht, bestätigte der Chef der Staatsanwaltschaft München I, Christian Schmidt-Sommerfeldt, am Mittwoch. Der Staataanwaltschaft sind nach Angaben vom Abend nun auch Namen von Tatbeteiligten bei der Baufirma Alpine bekannt, deren jeweiliger Anteil jedoch erst noch geprüft werden müsse.

Trotz dieser entlastenden Aussagen seines Sohnes muss Karl-Heinz Wildmoser senior vorerst weiter in der Münchner Justizvollzugsanstalt Stadelheim einsitzen. Eine Freilassung auf Kaution ist nach Angaben seines Anwalts nicht vorgesehen. Schmidt-Sommerfeldt betonte jedoch: "Der Tatverdacht bleibt weiter aufrecht erhalten." Dieser lautet auf Untreue, Bestechlichkeit und Steuerhinterziehung.

Ufer hatte zuvor gesagt, das Verfahren gegen seinen Mandanten bestehe "im wesentlichen aus einer gigantischen Vorverurteilung". Die Unschuld des Clubpräsidenten werde sich in Kürze erweisen, nachdem er bereits von einem Mitbeschuldigten entlastet worden sei. Sobald die Verantwortlichen der Baufirma Alpine vernommen worden seien, werde sein Mandant "in vollem Umfang rehabilitiert sein".

Das österreichische Bauunternehmen Alpine Mayreder hat sich am Mittwoch betroffen über die Korruptionsvorwürfe gezeigt. "Wir sind über die erhobenen Vorwürfe zutiefst schockiert und bieten der Staatsanwaltschaft selbstverständlich volle Kooperation an", erklärte der Geschäftsführer der Alpine Mayreder BauGesmbH, Dietmar Aluta-Oltyan, in Salzburg. Der Präsident des Fußball- Bundesligisten TSV 1860 München, Karl-Heinz Wildmoser, soll zusammen mit seinem Sohn bei der Vergabe des Auftrages für den Bau des Stadions an die Alpine Bau Deutschland GmbH Schmiergelder in Höhe von 2,8 Mill. ? kassiert haben. Das Unternehmen ist eine Tochter des österreichischen Konzerns.

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