Innerhalb einer Woche können die Clubs Beschwerde einlegen: 13 Vereine müssen für Lizenz nachbessern

Innerhalb einer Woche können die Clubs Beschwerde einlegen
13 Vereine müssen für Lizenz nachbessern

Gleich 13 Profi-Vereine müssen noch um die endgültige Lizenzerteilung für die kommende Saison bangen, dem 1. FC Kaiserslautern droht sogar der Absturz in die Regionalliga.

HB/dpa FRANKFURT. Der Traditionsverein aus der Pfalz würde von der Deutschen Fußball-Liga (DFL) im Falle eines Abstiegs aus der Bundesliga zum momentanen Zeitpunkt keine Spielberechtigung für die 2. Liga erhalten.

Bis zum 11. Juni haben die betroffenen Vereine Zeit, die von der DFL gestellten Bedingungen zu erfüllen. "Wir glauben, dass es allen Clubs möglich ist, dies zu schaffen", sagte der für Finanzen zuständige DFL-Geschäftsführer Christian Müller. Auch im Falle der Lizenzerteilung müssen diese Vereine in der kommenden Spielzeit Auflagen beachten. Zwölf Vereine erhielten die Lizenz ohne Einschränkungen, elf Clubs mit Auflagen.

Innerhalb einer Woche können die zur Nachbesserung aufgeforderten Clubs gegen die Entscheidung Beschwerde bei der DFL einlegen. Als erster Verein kündigte der 1. FC Kaiserslautern an, von diesem Recht Gebrauch zu machen. Die Pfälzer wollen der DFL neue Tatsachen vorlegen, um auch im Falle eines Abstiegs die Lizenz zu erhalten.

"Die Bedingungen und Auflagen für die Bundesliga sehen wir als erfüllbar an. Die Lizenz für die 2. Liga ist dagegen nur durch einschneidende Maßnahmen in allen Bereichen des Vereins zu erhalten", sagte der Vorstandsvorsitzende René C. Jäggi. Wegen Verstößen in der Vergangenheit waren die Pfälzer bereits mit drei Punkten Abzug in der kommenden Saison und 125 000 Euro Geldstrafe belegt worden.

Da das von der Stadt Kaiserslautern, dem Land Rheinland-Pfalz und den Gläubiger-Banken getragene Sanierungskonzept nur für die Bundesliga ausgelegt ist, müsste der mit rund 40 Millionen Euro verschuldete Tabellenelfte bei einem Abstieg immerhin 13,5 Millionen Euro im Etat-Ansatz für die Saison 2003/04 einsparen. Dafür haben die Lauterer der DFL offenbar noch keinen akzeptablen Plan präsentiert. Die Einsparungen wären wohl nur durch den Ausverkauf der Mannschaft zu realisieren.

Bei einem Abstieg müsste auch Hansa Rostock Bedingungen erfüllen, um die für die Bundesliga ohne Auflagen erteilte Lizenz zu erhalten. "Das betrifft Personalkosten und den Transferbereich", erklärte Pressesprecher Axel Schulz. Weitere Sponsorenverträge muss Energie Cottbus abschließen, um die Lizenz zu erhalten. Die Bedingung gilt sowohl für die Bundesliga als auch die 2. Liga. Der Abstiegskandidat befindet sich in entsprechenden Verhandlungen. "Diese Auflage haben wir erwartet. Ihre Erfüllung ist für uns selbstverständlich", sagte Präsident Dieter Krein.

Bedingungen auch für 1.FC Nürnberg

An Bedingungen geknüpft ist auch die Lizenzerteilung für den 1. FC Nürnberg. "Wir sehen allerdings keine Probleme, die geforderten Nachbesserungen zu erbringen", sagte Vize-Präsident Bernhard Kemper. Von den Zweitligavereinen müssen unter anderen der Karlsruher SC und Aufstiegsaspirant FSV Mainz 05 nachbessern. "Es handelt sich dabei nur um eine Formalität", erklärte FSV-Manager Christian Heidel.

Angesichts der auf 599 Mill. Euro gestiegenen Gesamtverschuldung aller 36 Profivereine hatte die DFL das Lizenzierungsverfahren modifiziert. Nach Ansicht der DFL sind die Vereine bei ihren Planungen vorsichtiger geworden und haben sich der rückläufigen Ertragslage angepasst. Allein in dieser Saison rechnet die DFL mit einem Umsatzrückgang von etwa 180 Millionen Euro. Grund dafür sind die geringeren Einnahmen aus den TV-Verträgen und den internationalen Wettbewerben, in denen die deutschen Clubs frühzeitig scheiterten.

Sollten sich die TV-Einnahmen nochmals halbieren, sieht der vorsitzende DFL-Geschäftsführer Wilfried Straub eine Vielzahl von Vereinen in ihrer Existenz bedroht. "Wir gehen aber davon aus, dass wir den gleichen Betrag erzielen wie im laufenden Vertrag", so Straub. In den Spielzeiten 2002/03 und 2003/04 kassiert die DFL vom Rechteinhaber Infront jeweils 290 Mill. Euro.

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