Innnerhalb eines Jahres will easytrade 250 000 Depots verwalten
Postbank steigt in den Direct-Brokerage-Markt ein

Wie der Vorstandsvorsitzende der Postbank, Wulf von Schimmelmann, am Mittwoch in Frankfurt vor Journalisten mitteilte, biete easytrade ab sofort den Wertpapierhandel über Internet, Telefon und die 6 000 Filialen der Deutschen Post an.

REUTERS FRANKFURT. Postbank easytrade will hinsichtlich Volumen und Anzahl der Depots einer der führenden Anbieter von Direct-Brokerage-Leistungen in Deutschland werden", sagte der der Manager.

Bis Ende des ersten vollen Geschäftsjahres will easytrade rund 250 000 aktive Depots verwalten. Bereits jetzt hat easytrade nach Angaben von Schimmelmann mehr als 140 000 Kunden. Zudem werde Postbank easytrade in den nächsten vier bis sechs Wochen eine Partnerschaft mit einer Investmentbank abschließen.

Die erste Wertpapierorder sei Anfang Februar bei Mitarbeiter-Tests durchgeführt worden. Anfangs können nur an den deutschen Börsen erhältliche Wertpapiere und Investmentfonds über easytrade gehandelt werden, sagte Wilhelm Hemmerde, Vorstandsvorsitzender von Postbank easytrade. Bis Ende September sollen rund 1 900 eigene und fremde Fonds im Angebot sein. Im nächsten Jahr würden dann auch ausländische Aktien und Wertpapiersparpläne verfügbar sein.



Breite Kundenbasis als gute Voraussetzung

Obwohl der Markt für Online-Wertpapierhandel sehr wettbewerbsintensiv sei, bieten sich nach Einschätzung von Postbank-Chef Schimmelmann gute Wachstumschancen. Mit gegenwärtig zehn Millionen Kunden verfüge die Postbank über ein großes Potenzial. Bereits heute habe die Postbank 700 000 Online-Kunden und 1,3 Millionen Kunden, die ihr Konto per Telefon führten. Zudem habe die Postbank mehr als 400 000 Investmentfonds-Kunden. "Wir verfügen damit über eine breite, für das Wertpapiergeschäft noch längst nicht voll erschlossene Kundenbasis, die die Erwartung eines überdurchschnittlich hohen Wachstums rechtfertigt," sagte Schimmelmann.

Alle Wettbewerber von Postbank easytrade, darunter die Marktführer Consors und Comdirect, haben Schimmelmann zufolge entweder keine große, bundesweite Filialbank im Rücken oder müssen mit der konzerneigenen Wertpapierabteilung konkurrieren. "Wir haben keine Konkurrenz im Konzern", sagte Wilhelm Hemmerde, Vorstandschef der Postbank easytrade. Easytrade ergänze exklusiv die Produktpalette der Postbank und strebe einen zweistelligen Marktanteil an. Die enge Bindung an den Mutterkonzern Deutsche Post mit seinem großen Filialnetz verschaffe easytrade einen wichtigen Wettbewerbsvorteil.



Börsengang im ersten Geschäftsjahr

Die Erfahrungen aus den USA zeigten, dass Online-Broker mit eigenen Filialnetz am erfolgreichsten seien. Nach Ansicht von Postbank-Chef Schimmelmann wird der Börsengang der Deutschen Post easytrade im ersten Geschäftsjahr ein starkes Wachstum und eine Steigerung des Bekanntheitsgrads bescheren. Als Co-Leadmanager des Börsengangs biete easytrade den rund 240 000 inländischen Mitarbeitern der Deutschen Post Belegschaftsaktien und den Postbank-Kunden eine bevorrechtigte Zeichnung von Post-Aktien. Dies werde für eine schnelle Grundauslastung sorgen.

Schwarze Zahlen will easytrade nach Angaben von Hemmerde in drei Jahren schreiben. Dazu beitragen soll ein dreigeteilter, günstiger Pauschalpreis. Für eine Online-Order über 5200 Euro verlange easytrade 19 Euro, ein Auftrag zwischen 2600 und 5200 Euro koste 13 Euro. Für ein Ordervolumen unter 2600 Euro müsse der Kunde zehn Euro bezahlen. Von Kunden die per Telefon handelten, verlange man einen Zuschlag von drei Euro, für einen Auftrag in einer Postfiliale sei ein Zuschlag von 13 Euro fällig.

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