Innovationen gefragt
IW: EU-Erweiterung bringt Deutschland mehr Wachstum

Das Institut der deutschen Witschaft ist bezüglich der Auswirkungen der EU-Erweiterung auf Deutschland guter Dinge. Es erwartet effizientere Produktion ein steigendes Handelsvolumen Deutschlands mit den Beitrittsländern. Das könnte sich in einem zusätzlichen deutschen Wirtschaftswachstum von bis zu je einem halben Prozentpunkt in den nächsten zwei Jahren niederschlagen.

HB BERLIN. Dieser Schub werde voraussichtlich vor allem auf das Konto einer effizienteren Produktion und der Handelserfolge deutscher Unternehmen mit den neuen Mitgliedern in der Europäischen Union (EU) gehen, hieß es in einer am Mittwoch veröffentlichten Studie des arbeitgebernahen Kölner Instituts. Um im Vergleich mit den östlichen Nachbarn auch künftig wettbewerbsfähig produzieren zu können, müssten die deutschen Betriebe aber stärker auf Innovationen setzen. Wegen der günstigen Standortbedingungen in Osteuropa sei auch eine weitere Verlagerung von Produktionsstätten wahrscheinlich.

Dem IW zufolge gingen im vergangenen Jahr 9,2 % der deutschen Warenexporte in die Länder Ost- und Mitteleuropas - und damit fast so viel wie in die USA. Zehn Jahre zuvor hatte der Anteil am gesamten Warenexport nur 4,8 % ausgemacht. Im Gegenzug kamen demnach von allen Importwaren 11,4 % aus den Regionen zwischen Ostsee und Schwarzem Meer; 1993 war der Anteil an den Gesamtimporten noch nicht einmal halb so groß. Rund drei Viertel des Handels mit Mittel- und Osteuropa entfallen auf Polen, Ungarn und die Tschechische Republik.

Die wachsende Bedeutung Osteuropas zeigt sich dem IW zufolge auch in den Direktinvestitionen. So seien 1995 bis 2001 die deutschen Direktinvestitionen in den EU-Beitrittsländern um 430 % auf fast 30 Mrd. ? gestiegen. Nach einer Sonderauswertung der Deutschen Bundesbank, die 80 % der bestehenden Direktinvestitionen abdecke, steckten allein im osteuropäischen Verarbeitenden Gewerbe zuletzt 15 Mrd. ? an deutschem Investitionskapital.

In der Studie hieß es weiter, trotz niedrigerer Steuern und Arbeitskosten, dem guten Investitionsklima und der Tarifpolitik in den neuen EU-Mitgliedsstaaten könnten Produktionsverlagerungen kein Patentrezept für deutsche Firmen sein. Zwar helfe es den Unternehmen, wenn sie Vorleistungen in den osteuropäischen Staaten produzierten. Vor allem müssten sie sich aber stärker auf die Herstellung innovativer Güter konzentrieren, mit denen sie der internationalen Konkurrenz voraus seien und mit denen sie höhere Gewinne erzielen könnten.

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